Experience Korea

 
11Mai
2014

Zeit, Abschied zu nehmen

Hallo ihr Lieben!

Ich weiß, ich bin ewig und drei Tage zu spät dran für diesen Eintrag. Eigentlich hatte ich ihn auch schon seit über einem Monat fertig geschrieben - nur zum posten bin ich nicht gekommen. Vielleicht wollte ich mir auch einfach nicht eingestehen, dass mein Abenteuer in Südkorea nun wirklich (vorerst) vorbei ist und es einige Zeit dauern wird, bis ich wieder zurück kann. Sei's drum, hier nun endlich die letzten drei Tage meines Aufenthalts:

 

Am Donnerstag (27.02.) bin ich nach Gangnam gefahren, um Sungmin zum letzten Mal Nachhilfe zu geben. Davor haben wir noch in einem Yoogane in der Nähe der Lernräume zusammen Mittag gegessen. Der Unterricht ist insgesamt wirklich gut verlaufen und ich hoffe, dass mein Schüler seine baldige Aufnahmeprüfung für die Uni besteht – verbessert hat er sich in den eineinhalb Monaten definitiv! Und wenn es klappt, dann sehen wir uns bald, wenn er mit seiner Familie nächstes Jahr Urlaub in Deutschland macht!

mit Sangmin

Danach bin ich zur Seoul Station gefahren, um Maraike im Goethe-Institut abzuholen. Von dort aus sind wir zusammen wieder ein Stück nach unten gelaufen, um in dem leckeren Restaurant, in welchem ich ein paar Mal mit Herrn Baek und Frau Lee gegessen habe, zu Abend zu essen. Davor habe ich mir in einer Apotheke ein paar Medikamente gegen meine Erkältung geholt, die mir ein paar Kollegen auf koreanisch aufgeschrieben hatten. Das Essen war – natürlich – super und ich werde den leckeren, scharf gebratenen Reis mit der dazugehörigen noch schärferen Suppe wirklich sehr vermissen, da es zu einem meiner Lieblingsessen in Korea zählt. Dazu gab es noch gebackene Shrimps – ebenfalls einer meiner neuen Lieblinge. Anschließend sind wir mit dem Taxi wieder hoch zum Namsan Cable Car gefahren, um mit der Seilbahn den Namsan Tower zu erreichen. Während wir damit dann gemächlich nach oben gefahren sind, hatten wir schon einen recht schönen Blick über Seoul, der aber ohne den ganzen Smog, der mittlerweile noch dichter geworden ist, schöner gewesen wäre. Von der Abenddämmerung hatten wir dann auch nicht viel, da die Farben Dank der aus China herüber gewehten Luftverschmutzung ziemlich verschluckt wurden und es relativ grau/trüb aussah – schade. Wen es interessiert: Ich habe noch einen kleinen Artikel bezüglich der Luftverschmutzung gefunden. Hier der Link. Davon haben wir uns aber nicht die Laune nehmen lassen und haben uns oben angekommen gleich Karten gekauft, um dann mit dem Aufzug im Inneren des Towers zur Aussichtsplattform zu fahren. Auf 138 m (und nochmals 243 m vom Namsan Berg) hat man eine unglaublich tolle und vor allem weite Sicht über Seoul. Wurde mir gesagt. Wir haben davon nicht allzu viel gesehen – erst nachdem die Sonne komplett untergegangen ist, konnte man Dank den vielen Lichtern bis zum Han River sehen, was auch sehr schön wa.

  Das Goethe-Institut

mit Maraike

Nach einer kurzen Getränkepause in dem Café ein Stockwerk weiter unten – in welchem wir den armen Barista durch unsere zugegeben etwas durcheinander geratene Bestellung sehr verwirrt hatten –, sind wir wieder nach unten zum Fuß des Towers gefahren und haben uns dort noch ein wenig umgeschaut, ehe wir wieder zurück zur Cable Car Station gegangen sind. Dort haben wir zufällig ein deutsches Paar in den Flitterwochen kennengelernt, mit denen wir anschließend noch zum Namdaemun Market gelaufen sind, um ihnen etwas in der Nähe zu zeigen und sie mit der leckeren Süßspeise Hotteok bekannt zu machen. Es war außerdem interessant zu hören, welche ersten Eindrücke die Beiden von Seoul hatten, da sie erst am Tag zuvor angekommen sind und am nächsten Tag schon weiter in den Süden fliegen würden. Nachdem wir uns irgendwann wieder verabschiedet hatten, sind Maraike und ich zurück und nochmals in unserem E-Mart einkaufen gegangen. Ich habe mir fertige Backmischungen für Hotteok mitgenommen, damit ich das daheim in Deutschland meinen Eltern zeigen kann. Im Apartment habe ich dann schweren Herzens damit angefangen, meine Koffer zu packen.

Nachdem ich am Freitag nochmals ausgeschlafen hatte, bin ich gegen Mittag nach Insadong gefahren, wo ich mich mit Jinu – einem Freund aus Language Cast – zum Mittagessen getroffen hatte. Dort habe ich vorerst mein letztes Kimchi Bokkeumbap gegessen, was gebratener Reis mit Kimchi und einem Ei drüber ist. Wieder etwas, das ich in Deutschland sehr vermissen werde. Nach dem Essen sind wir noch ein wenig durch Insadong geschlendert ehe Jinu die Idee hatte, nach Hyehwa zu fahren, das ich zuvor leider nur einmal besuchen konnte. Als er schockiert feststellte, dass ich noch nie einen Campus in Korea gesehen hatte, hat er mir die Sungkyunkwan University gezeigt. Natürlich ist Kehl im Vergleich dazu einfach winzig. Auf dem Campus gab es einen alten Tempel, unzählige große Gebäude und viele Aushänge über irgendwelche Clubs, denen man beitreten konnte. In dem Café der Uni hatten wir uns dann noch eine Pause gegönnt, bis ich gegen späten Nachmittag dann doch langsam los musste, schließlich hatte ich meine Koffer noch nicht fertig gepackt und wollte noch das Apartment putzen. Nachdem wir uns verabschiedet hatten und mir leckere, koreanische Kekse zum Abschied geschenkt wurden, habe ich getan, was getan werden musste und den restlichen Freitag damit verbracht, alles zu richten, sodass ich am Samstagmorgen nur noch meine Koffer schließen und losgehen musste.

Es war komisch. Zwar wusste ich, dass es meine letzte Nacht in meinem Apartment und in Korea sein wird, aber begreifen konnte ich es trotzdem nicht. Es war unwirklich, dass ich nun wieder zurück nach Deutschland fliegen würde. Selbst am nächsten Morgen, als ich mich mit Maraike vor unserem Apartmentkomplex getroffen hatte und wir zusammen auf Tommy, unseren Vermieter gewartet hatten, der darauf bestand, uns zu den Flughäfen zu fahren. Maraike wurde zum Gimpo Airport gebracht, da sie in ihrer letzten Woche noch nach Jeju Island und Busan wollte; ich wurde an den Incheon International Airport gebracht. Als ich mich erst von Maraike und an meinem Zielort dann auch von Tommy verabschiedet hatte, habe ich mein Gepäck aufgegeben und mich noch ein letztes mal in ein Paris Baguette Café gesetzt, um ebenfalls zum letzten Mal meine geliebte Green Tea Latte zu genießen. Ich war froh, dass ich niemanden mitgenommen hatte, um mich zu verabschieden, weil es mir sonst nur umso schwerer gefallen wäre. Da ich noch Zeit bis zu meinem Flug hatte, habe ich mich neben dem Café auf eine alte, koreanische Holzbank gesetzt und die Landebahn beobachtet, während ich an meine ganze Zeit hier in Korea gedacht hatte – was ich alles erlebt hatte, wie viele neue Menschen und Freunde ich kennengelernt hatte und an alles, was es in Deutschland nicht mehr geben würde. Sagen wir es so: wasserfestes Make-Up ist eine super Erfindung!

Schließlich konnte ich es nicht weiter hinauszögern und bin durch den Sicherheitscheck zum Gate und nach kurzer Wartezeit ins Flugzeug. An meinem Fensterplatz habe ich langsam aber sicher begriffen, dass es jetzt wirklich Zeit war, Abschied von meiner neuen Heimat zu nehmen. Während dem Start ist mir das sehr schwer gefallen und ich war verdammt traurig. Aber je näher ich der Heimat kam, umso mehr habe ich mich dann auch auf meine Eltern gefreut, die in Frankfurt am Flughafen auf mich warten würden und nach einem relativ ruhigen und schlaflosen Flug konnte ich es dann nicht mehr erwarten, meine Koffer zu holen und meine Eltern in die Arme zu schließen. Und als ich dann um die Ecke gebogen bin… Überraschung!! Dort standen nicht nur meine Eltern mit einem „Liebe Kristina, Herzlich Willkommen“-Plakat, sondern Auch Lea und ihre Mutter. Ich habe mich riesig über diesen unerwarteten Empfang gefreut und alle sofort in eine tränenreiche, feste Umarmung geschlossen! Danach sind wir noch kurz einen Kaffee am Flughafen trinken gegangen, wo ich prompt aus Gewohnheit auf Koreanisch bestellt hatte – peinlich!

Leider konnte mein Bruder mich nicht begrüßen, da er einige Stunden zuvor nach LA geflogen ist (Neid!) aber wir würden uns knapp drei Wochen später endlich wieder sehen.

Zuhause angekommen – wo übrigens ein weiteres Plakat auf mich gewartet hatte – ist gleich meine Katze Lilly auf mich zu gerannt und hat mir gezeigt, wie sehr ich ihr gefehlt hatte. Das beruhte definitiv auf Gegenseitigkeit! Auch meine Oma war sehr gerührt, als wir uns endlich wieder umarmen konnten. Somit war ich nicht mehr ganz so traurig, dass ich Korea wieder verlassen musste :-)

 

Mittlerweile hat mich der Arbeitsalltag wieder, da kurz darauf mein nächstes Praktikum anstand. Trotzdem denke ich (selbst jetzt, nach über zwei Monaten) fast täglich an meine wunderschöne Zeit im fernen Asien und merke, dass das Fernweh mich nicht ganz loslässt. Doch dagegen gibt es Mittel und Wege und ich plane – falls meine Bachelorarbeit rechtzeitig fertig wird – im Sommer wieder für ein paar Wochen zurück zu fliegen. Und wenn alles klappt, möchte ich nach dem Studium baldmöglichst ein paar Jahre dort arbeiten. Doch wann genau und wo genau ich das mache, steht noch in den Sternen. Jetzt muss ich mich erstmal meinem Studium widmen, denn auf dieser Grundlage bestimmt sich mein weiterer Weg.

Das hier ist sozusagen der Abschlusseintrag, denn mein Auslandsaufenthalt ist beendet und Deutschland hat mich wieder. Ich habe aber vor, bei nächster Gelegenheit einen Eintrag über meine Lieblingsessen mitsamt Bildern zu schreiben, damit ihr auch wisst, von was ich immer rede. Eventuell werde ich auch ab und an weitere kurze Einträge verfassen – was genau das sein wird, steht aber noch nicht fest.

Ich hoffe euch hat mein Blog gefallen und ich konnte euch einen kleinen Einblick in meine unglaublich tolle Zeit in Seoul geben. Und vielleicht habe ich dem ein oder anderen ja auch Lust auf einen kleinen Trip in dieses wunderbare Land gemacht.

Bis dann!

26Februar
2014

Hyehwa, Krankenhaus und unzählige Treffen

Vergangenen Freitag habe ich mich mit Min Jae getroffen, einem Freund aus Deutschland, der vor ein paar Wochen wieder zurück nach Korea geflogen ist. Unser Ziel war Hyehwa, was zwei Haltestellen von mir entfernt liegt. Min Jae war sehr schockiert, als ich ihm erzählt habe, dass ich hier noch nie war und auch noch nie etwas davon gehört hatte, denn den Stadtteil kann mit in etwas mit Hongdae vergleichen, dem bekanntesten Studentenviertel in Seoul, in welchem vor allem an Wochenenden unzählige Künstler auf den Straßen sind und ihr Können den Zuschauern zeigen. Laut Min Jae ist Hyehwa viel älter als das etwas neuere Hongdae und letzteres Viertel hat sich einiges von dem älteren Bruder abgeschaut. In Hyehwa gibt es fast alles: mehr Restaurants als man zählen kann, eine lange Einkaufsstraße, Bars mit Live-Auftritten, das Studio von Gag Concert – einer bekannten koreanischen Fernsehshow –, Musiker auf den Straßen (im Frühling, Sommer und Herbst sicherlich mehr als jetzt im Winter), einen Hügel mit einem schönen Ausblick auf Seoul und einem Teil der Mauer von Seoul (an welcher ich an Silvester wie zuvor erwähnt schon entlang gewandert bin) sowie das Seoul National University Hospital, zu welchem ich später noch etwas sagen werde und die Künstlerecke, wo zum Beispiel Hauswände und Treppen von verschiedenen Künstlern, die dort wohnen, bemalt wurden. Min Jae und ich sind zuerst in einem wohl sehr bekannten Restaurant, in welchem viele Autogramm von verschiedenen Persönlichkeiten hingen, leckeres Chicken essen gegangen, ehe ich eine kleine Führung zum Hügel und dem dahinter liegenden Künstlerort bekam. Auf dem Hügel – wurde mir erzählt – wurden schon viele Szenen aus koreanischen Dramen und Filmen gedreht, was mich nicht wundert, denn der Ausblick war wirklich schön und es war wunderbar still und entspannend. Danach sind wir zu besagtem Teil von Hyehwa, in welchem die meisten Künstler wohnen. Wir konnten viele kleine Ateliers sehen, in deren Fenstern die unterschiedlichsten Werke ausgestellt wurden und ich habe endlich herausgefunden, woher das Bild stammt, dass ich vor etwa einem Jahr im Internet entdeckt hatte. Dieses Bild aus Seoul hat eine Treppe gezeigt, auf welche Blumen gemalt wurden und während meines gesamten Aufenthalts habe ich mich gefragt, wo genau das denn wohl ist. Die Antwort darauf bekam ich an besagtem Freitag. Auf dem Rückweg und nach einem kleinen Rundgang durch Hyehwa haben wir noch an einem kleinen Straßenstand Ddeokbokki (Reiskuchen mit scharfer Soße) gegessen. Als wir uns auf den Weg zur Station gemacht haben, haben wir plötzlich ein kleines Café entdeckt, welches Patbingsu verkauft! Das ist shaved ice mit süßer Rote-Bohnen-Paste. Hört sich nicht wirklich appetitlich an, ist aber verdammt lecker und berühmt in Korea. Da man es jedoch fast ausschließlich in den heißeren Monaten des Jahres bekommt, konnte ich es während meines Aufenthalts nicht probieren – dachte ich. Doch dann haben wir besagtes Café gefunden und ich kam endlich in den Genuss dieser göttlichen Süßspeise! Warum haben wir sowas eigentlich nicht in Deutschland? Oder allgemein die komplette koreanische Küche? Seufz… Jedenfalls hat das Patbingsu den Abend noch schön abgerundet und nach einer Verabschiedung nach Hause gegangen.

Samstag habe ich mich mit Jae Young getroffen, die Freundin aus Incheon, mit welcher ich auch in der Sauna war. Zusammen sind wir bei mir in der Nähe im kompletten Bereich des Dongdaemun Market bummeln gegangen und haben alle Geschäfte unsicher gemacht – auch wenn wir am Ende eigentlich nicht wirklich etwas gekauft hatten. Im Übrigen hat sie mir an diesem Tag auch einen wunderschönen Hanbok geschenkt, was mich sehr sehr glücklich gemacht hat!! Nachmittags haben wir dann Bulgogi und Tintenfisch gegessen, was relativ scharf aber (natürlich) super lecker war. Das einzige Problem war, dass in einem Stück Bulgogi, das ich gegessen hatte, ein kleiner Knochen drin war – wie der dort rein gekommen ist weiß ich bis heute nicht, denn normalerweise hat Bulgogi nie Knochen. Auf jeden Fall habe ich das kleine Biest erst bemerkt, als ich es herunterschlucken wollte, was – natürlich – nicht so recht klappen wollte. Raushusten ging auch nicht, also habe ich weiter versucht es mit Reis und Wasser und allem möglichen runter zu schlucken aber es wollte einfach nicht. Nachdem es mir irgendwann zu blöd war, sind Jae Young und ich einfach weiter und nach Myeongdong gefahren, in der Hoffnung, dass das Ding bald verschwindet. Nach einer kurzen Kaffeepause sind wir durch die Einkaufsstraßen geschlendert, ehe wir uns am Abend verabschieden mussten, da ich auf der Launching Party von Marias Company Ganji Seoul eingeladen war. Ganji Seoul – als kurze Zwischeninfo – soll koreanische (Underground) Hip Hop Musik der Bevölkerung präsentieren, weshalb wie Interviews mir Künstlern macht sowie Konzerte und Auftritte organisiert.

Mein Hanbok

Daheim in meinem Apartment habe ich immer noch das kleine Knochenstück (wohl eher wie eine Gräte?) gemerkt, was auch langsam ziemlich im Hals weh getan hatte. Nach einem Telefonat mit Mama bin ich dann doch ihrem Rat gefolgt und habe mich auf den Weg zu einem Arzt gemach, besser gesagt auf den Weg ins Seoul National University Hospital in Hyehwa. In der Notaufnahme angekommen wurden zuerst meine Personalien aufgenommen, eine ID-Karte für das Krankenhaus gegeben sowie mein Reisepass behalten, um sicherzustellen, dass ich später die Rechnung bezahle. Nach nicht mal fünf Minuten warten wurde ich im Wartezimmer zu der dort sitzenden Krankenschwester gerufen, die Puls und Blutdruck gemessen und mich nach meinem peinlichen Problem gefragt hat. Danach wurde mir ein Bändchen mit meinem Namen und einem Etikett um das Handgelenk gemacht sowie eine Wegbeschreibung ausgehändigt, damit ich den Weg ins Behandlungszimmer finde. Der dort auf mich wartende Arzt hat sich nochmals mein Problem schildern lassen, ehe er mich untersucht hat. Da er aber nichts sehen konnte wurde ich (mit meinem kleinen Plan) zum Röntgen geschickt, wo ich ebenfalls prompt an der Reihe war und gleich darauf wieder zurück ins Behandlungszimmer gehen durfte. Nach etwas fünf Minuten hatte der Arzt meine Röntgenbilder auf dem Schirm. Sehen konnte er den Knochen trotzdem nicht, weshalb er zu dem Schluss kam, dass ich ihn wohl mittlerweile runtergeschluckt habe oder so. Yay. Die starken Schmerzen in meinem Hals kamen gegen Ende also daher, dass der kleine Knochen die Schleimhaut in meinem Hals (der sowieso noch Dank des grippalen Infekts gerötet war) verletzt hat und die scharfe Soße am Nachmittag auch noch einen Teil zur Entzündung/Reizung/was-auch-immer beigetragen hat. Mit dem Versprechen, mir etwas zu verschreiben, wurde ich wieder vor zum Eingangsbereich geschickt, wo ich warten musste, bis mir eine Krankenschwester dann die Lösung zum Gurgeln gebracht hat, die ich von nun an nehmen soll. Darauf hin habe ich dann draußen die Rechnung bezahlt, meinen Reisepass entgegen genommen und bin nach Hause gefahren. Am Ärgerlichsten war, dass die Uhr inzwischen halb 12 Uhr angezeigt hat und ich somit die Launching Party vergessen konnte. Wäre mit den Halsschmerzen aber sowieso nicht ganz sinnvoll gewesen, da Schlucken und Sprechen nicht gerade angenehm war.

Den nächsten Tag habe ich mich nicht ganz so wohl gefühlt und bin erst gegen Nachmittag aus dem Apartment, ganz nach dem Wunsch meiner Eltern: „Geh doch nochmal einkaufen bevor du wieder zurück fliegst!“ Und als brave Tochter kann ich da natürlich nicht „Nein“ sagen, weshalb ich erneut nach Myeongdong gefahren bin – hatte am Tag zuvor ja nichts gekauft – und dort den restlichen Nachmittag verbracht habe.

 

Montag habe ich mit morgens mit Jimin getroffen, die ich bei einem Language Cast Treffen kennengelernt habe. Mit ihr und fünf weiteren Freunden von ihr sind wir im Government Complex Gwacheon Schlittschuhfahren gegangen. Auf der dortigen Bahn hat übrigens schon Kim Yuna als kleines Kind trainiert, die wohl jeder von den diesjährigen olympischen Spielen kennt. Es war super lustig mit den anderen zusammen zu fahren und nach ein paar Runden wurde ich auch wieder sicherer auf dem Eis – ich bin schon Jahre nicht mehr gefahren! Und ich bin trotz unseres kleinen „Who is the next Kim Yuna?“-Contests nicht hingefallen, was ein Erfolgserlebnis darstellt! Danach waren wir alle zusammen essen und noch eine Freundin von Jimin, Eun Jeong, ist zu uns gestoßen und hat mir zwei süße Cupcakes geschenkt! Nach dem Essen mussten einige leider schon gehen, nur Jimin, Eun Jeong, Sera und ich sind übrig geblieben und nach kurzem überlegen Richtung Express Bus Terminal gefahren, wo wir koreanischen Tee getrunken und Patbingsu gegessen haben- yummy! Danach sind wir durch den nahegelegenen Shinsegae Department Store gegangen und danach jeweils nach Hause gefahren. Am späten Abend kam Maraike noch mit Bier und Chips zu besuch und wir haben uns gemütlich unterhalten.

Am nächsten Tag bin ich zum Goethe Institut gefahren um meinen Praxisbericht mitsamt Beurteilung abzuholen und mich von allen zu verabschieden. Außerdem brauchte ich Hilfe beim Ausfüllen des Online-Antrags für den Pick-Up Service der koreanischen Post, schließlich wollte ich seit Tagen mein Paket verschicken aber da das etwas unhandlich und auch zu schwer zum tragen ist (zumindest den ganzen Weg bis zur Post drei Straßen weiter), wollte ich den kostenlosen Service in Anspruch nehmen. Ich war jedoch enttäuscht, als wir herausfanden, dass man die Abholzeit nicht genau bestimmen kann und ich mich darauf einstellen soll, dass sie nachmittags kommen, was für mich sehr unpraktisch wäre, da ich jeden Tag bis zu meinem Abflugtag ab Mittag ausgebucht bin. Somit kam meinen (ehemaligen) Kollegen die Idee, dass unser Fahrer, Herr In, doch mit mir nach Hause fahren, das Paket abholen und mit mir zur Post bringen könnte, was ich prompt abgelehnt habe. Immerhin ist es schön ein kleines Stück vom Institut bis zu mir nach Hause und ich wollte ihm nicht zumuten, seine Zeit dafür zu vergeuden. Da meine Kollegen aber kein „Nein“ akzeptieren saß ich wenig später mit Herrn In im Auto, der gerade etwas Zeit hatte und zusammen haben wir mein Paket aus meinem Apartment geholt und zur Post gebracht. Als ich ihm dafür etwas Geld geben wollte – zumindest für den Sprit und die Parkplatzgebühr bei meinem Apartment – hat er es mir einfach wieder zurück in die Tasche gesteckt und ist schnell wieder zurück zum Auto gelaufen. Ich bin immer noch perplex. Nachdem ich mich zum x-ten Mal bedankt hatte, bin ich Richtung Gwanghwamun gefahren, wo ich mich noch ein letztes Mal mit Joo Kyung auf eine Green Tea Latte getroffen habe. Im Übrigen ist es doch sehr stressig, zu versuchen, alle Leute vor dem Abflug unter einen Hut zu bringen und es hat auch leider nicht mit allen geklappt. Jedenfalls haben wir noch den restlichen Nachmittag zusammen verbracht bevor ich weiter nach Ogeum beziehungsweise Gaerong gefahren bin um mit Maria und Jackie einen zweiten Versuch zu starten, das Chicken Restaurant auszuprobieren. Diesmal hatten wir Glück denn nachdem wir es auf Anhieb gefunden hatten, war es auch geöffnet und wir haben uns freudestrahlend eines der Menüs ausgewählt. Die Ahjumma, welche uns bedient hat, wollte uns davon abraten mit den Worten „Spicy“ aber da wir Ausländer schon gewohnt sind, dass uns in Korea meistens nicht zugetraut wird, scharf zu essen, haben wir nur abgewunken und es dennoch bestellt. Was ein Fehler war, denn als unser Essen ankam, stellte sich heraus, dass sie mit „Spicy“ meinte, dass es selbst für Koreaner meist zu scharf ist. Und ich kann euch sagen: Ich habe noch nie in meinem Leben so scharf gegessen – was etwas heißen will, denn ich vertrage scharfes Essen relativ gut. Obwohl es uns gefühlt den kompletten Mund weggebrannt hat, haben wir uns noch eine nicht ganz so scharfe Version bestellt – beides war wirklich gut aber für das nächste Mal haben wir uns gemerkt, dass wir doch lieber die humanere Variante essen. Nach einer kurzen Unterhaltung auf Koreanisch mit der Besitzerin sind wir noch kurz nach Hongdae gefahren und haben uns wenig später verabschiedet. Nebenbei bemerkt: Es wird von Tag zu Tag schwerer, meinen Freunden hier Tschüss zu sagen.

mit Maria

Heute habe ich Heeseon, die ich Montag kennengelernt hatte, und Eun Bin, einer Freundin aus Deutschland, die nun wieder zurück nach Korea gezogen ist (Dank Streik am Frankfurter Flughafen mit drei Tagen Verspätung) in Suwon besucht. Suwon liegt südwestlich von Seoul und die dortige Sehenswürdigkeit schlechthin ist die Festungsanlage Hwaseong (UNESCO Weltkulturerbe), die wir zusammen besichtigen wollten. Zuerst sind wir einen Teil der dortigen Mauer etwa sechs Kilometer langen Mauer entlang gelaufen. Da wir jedoch alle nicht gefrühstückt hatten, sind wir früh Mittagessen gegangen und haben uns leckeres Ddeokbokki zusammen mit den wohl größten Kimbap-Stücken gegönnt, die ich je gesehen habe. Kennt ihr das Sprichwort, dass Frauen zwei Mägen haben? Einen für normales Essen und einen für Nachtisch? Es stimmt, denn danach haben wir uns noch leckeres Mint-Chocochip-Bingsu gegönnt. Es war riesig. Und das beste Bingsu, das ich bisher gegessen habe! Hinterher sind wir weiter zum Palast, welcher ebenfalls zur Festungsanlage gehört und wir hatten Glück! Da es der letzte Mittwoch des Monats war, durften wir ihn kostenlos besichtigen und eine Stunde später würde es vor dem Palast eine Martial Arts Performance geben – das nenne ich mal gutes Timing! Der Palast war schön und groß und aufgrund des Hügels dahinter hat man sich eher wie im Nirgendwo gefühlt als mitten in der Stadt Suwon. Außerdem haben wir in der Nähe des Ausgangs unsere Wünsche auf einen Zettel geschrieben und um ein Seil gebunden, welches neben einem angeblich heiligen Baum steht, durch welchen die Wünsche gesegnet werden. Dann war es auch schon Zeit für die Aufführung und wir sind zurück zum Eingang, vor welchem das Spektakel stattfinden sollte. Es war total beeindrucken und mir wurde mal wieder bewiesen, wie kraftvoll und vor allem gefährlich diese schön anzuschauenden Choreografien sind, als die Männer – so viel bei der Aufführung am Namsan Tower Mitte November – Holz und Strohfiguren zerstückelt haben. Nach der Performance sind wir noch ein kleines Stück an der Festungsanlage entlang gelaufen, ehe wir mit dem Bus zurück zu Subway Station gefahren sind, wo ich mich (schon wieder) verabschieden musste. Wieder in Seoul angekommen habe ich mich nach einer kurzen Verschnaufpause im Apartment mit Ines getroffen und zusammen haben wir in der Nähe meines zu Hauses Samgyeopsal (gegrillter Schweinebauch) gegessen, was zu meinen absoluten Lieblingsgerichten hier zählt! Es war schön, den Geschmack noch einmal genießen zu können, während wir uns gut unterhalten (und die Vorzüge von Korea gegenüber Deutschland aufgezählt) haben. Schließlich sind wir noch ein ganzes Stück den Cheonggyecheon entlang gelaufen, der ja sozusagen fast direkt vor meiner Haustüre ist und haben uns irgendwann wieder auf den Rückweg gemacht und nachdem ich versprechen musste, sobald wie möglich wieder zurück nach Seoul zu kommen, sind wir beide jeweils nach Hause gegangen.

 

 


 

Das Wetter ist zur Zeit übrigens super, die Sonne scheint und wir hatten heute um die 15 °C! Das einzige Manko ist der Smog, welcher von China wiedermal nach Korea gezogen ist und nun seit einigen Tagen über Seoul und der Umgebung hängt. Die Feinstaubbelastung ist unglaublich hoch (4x so hoch wie erlaubt?) und ich hoffe, dass sich das bald wieder verzieht, denn ohne Mundschutz merkt man schon das ein oder andere Kratzen in der Lunge.

21Februar
2014

Die letzten Wochen

Hier nun endlich mal wieder ein neuer Eintrag – wurde auch mal Zeit! Der letzte ist schon fast einen Monat her. Ich werde immer fauler, was das Schreiben betrifft… Bin in letzter Zeit aber auch oft unterwegs, weshalb dann, wenn ich zu Hause bin, die Lust fehlt, mich nochmal an den Laptop zu setzen… sorry!

 

Mein letzter Eintrag hatte damit geendet, dass die Woche darauf Seollal sein würde, das Neujahrfest nach dem Mondkalender und aus diesem Grund hatten wir von Donnerstag bis Samstag Feiertag! Nachdem ich am Donnerstag (30.01.) mittags wieder Nachhilfe in Gangnam gegeben habe, bin ich danach ein paar Stationen weiter nach Jamsil gefahren, wo ich mich mit Maria und zwei weitere Freundinnen in Lotte World getroffen habe. Dort haben wir uns einen sehr lustigen Tag gemacht mit Autoskooter, Wildwasserbahn und so weiter und dieses Mal ist sogar die Achterbahn gefahren, welche bei meinem letzten Besuch leider abgeschaltet war. Nachdem wir aber abends dann doch richtig Hunger bekommen hatten, haben wir uns langsam wieder auf den Weg nach draußen gemacht, wo wir dann in der Nähe bei TGI Fridays gegessen hatten – Hamburger und Pasta! Eigentlich hatten wir Lust auf Koreanisch aber da es in näherer Umgebung fast keine Restaurants gab und es zu kalt war, um noch länger auf die Suche zu gehen, haben wir uns dann doch dafür entschieden, was auch nicht so schlecht war. Auch wenn ich Koreanisch natürlich immer noch bevorzuge!

   

Am Freitag war ich dann bei Herrn Baek in Ilsan eingeladen. Als ich vormittags aus dem Haus bin, war ich sehr überrascht. Es war kurz vor 11 Uhr und trotzdem war in meiner Straße, die sonst doch relativ belebt ist, keine Menschenseele. Auch alle Geschäfte und Restaurants waren geschlossen und als ich über die Hauptstraße beim Cheonggyeocheon zur Subway Station gelaufen bin, habe ich gerade mal ein Auto gesehen. Und das mitten in Seoul – der Hauptstadt von Südkorea. Klar hatte ich zuvor mitbekommen, dass viele Leute über die Feiertage zu ihren Verwandten nach Hause fahren und die meisten Geschäfte geschlossen sind, trotzdem war ich darüber sehr überrascht. Nach einer Stunde fahrt mit der Subway bin ich dann in Ilsan angekommen und habe Dank der guten Wegbeschreibung von meinem Kollegen das Apartment gut gefunden. Nach einer kurzen Führung haben Herr Baek, seine Freundin, sein Sohn und ich uns ein wenig unterhalten, ehe wir uns dann auf den Weg zu dem Restaurant gemacht haben, bei dem seine Freundin zuvor für uns reserviert hatte. Dort gab es ein Buffet mit westlichem und koreanischem Essen und wir haben uns fast überall durchprobiert. Sehr lecker! Danach sind wir in dem nahegelegenen Lake Park spazieren gegangen und mir wurde erzählt, dass hier in Ilsan viele Dramen und Filme gedreht werden, da zwei große Entertainments hier ihren Sitz haben. Nachdem ich kürzlich eine neue Serie angefangen habe („You who came from the stars“) kann ich das nur bestätigen. Ich habe schon ein paar Plätze aus Ilsan dort erkannt – und das obwohl ich nur einen Tag dort war! Am späten Nachmittag sind wir dann wieder zurück ins Apartment und haben einen Film geschaut, bevor wir dann nochmal zur großen Einkaufsstraße direkt neben dem Apartmentkomplex gegangen sind und dort zu Abend gegessen haben – dieses Mal richtig koreanisch. Da es dann aber schon relativ spät wurde habe ich mich bald verabschiedet und bin wieder nach Hause gefahren, da die Subways und Busse nur bis knapp 12 Uhr im Dienst sind und ich sonst mit dem Taxi zurück fahren müsste.

 

Der eigentliche Plan war ja, dass ich am Samstag runter nach Suwon fahre, um mir die Stadt und die dortige Festung anzuschauen. Da es aber wie verrückt geregnet und das Wetter allgemein sehr ungemütlich war, habe ich es schweren Herzens sein lassen. Stattdessen habe ich mich am Nachmittag mit Sam getroffen, die ich aus dem Language Cast kenne und zusammen sind wir nach Myeongdong, dort in ein paar Geschäfte und Malls, haben bei Yoogane zu Abend gegessen und wollten dann zusammen in „Wolf of Wallstreet“. Also sind wir in das nächstgelegene Kino gegangen, in welchem der Film aber nicht lief. Wir hätten natürlich auch einen anderen Film geschaut aber da wir beide kein beziehungsweise nicht gut Koreanisch können, konnten wir „The Huntresses“ knicken und als einziger englischer Film lief „Frozen“, den wir beide schon gesehen hatten. Also sind wir wieder raus und zum anderen Kino ein paar Straßen weiter. Bei dem war aber das gleiche Problem und beim Nachfragen wurde uns gesagt, dass wir zum CGV gehen sollen, da dort der Film gezeigt wird. Das war jedoch das Kino, in welchem wir zu Beginn schon waren. Trotzdem sind wir nochmal dort zurück gelaufen und haben nachgefragt, woraufhin uns gesagt wurde, dass weiter oben noch ein CGV ist, in welchem der Film läuft. Darauf hin sind wir also – immer noch bei Regen – zu dem dritten Kino gelaufen, in welchem wir dann auch endlich richtig waren. Zu dem Film kann ich sagen: Ich habe immer noch keine Ahnung was ich mir da angeschaut habe und würde nicht empfehlen, dafür Geld auszugeben.

 

Nachdem es am Sonntag noch stärker geregnet hatte als am Tag zuvor, war ich die meiste Zeit im Apartment – bei dem Wetter bleibt einem ja nichts anderes übrig…

 

Die Woche darauf habe ich mich abends oft mit Freunden getroffen und am Freitag war ich mit Herrn Baek im I’Park Kino in „I, Frankenstein“ – definitiv besser als „Wolf of Wallstreet“! Auch wenn mich der Film auch nicht ganz umgehauen hat. Aber man kann ihn sich definitiv anschauen!

 

Am Samstag war ich nach der Nachhilfe mit Maria und einem Freund von ihr – Heetak – in Ogeum verabredet, da sie von einem leckeren Chicken-Restaurant eine Station weiter in Gaerong gelesen hatte, dass wir unbedingt ausprobieren wollten. Entgegen der Wettervorhersage war es an dem Tag relativ kalt und als wir uns von der Station aus auf den Weg zum Restaurant gemacht hatten, hat es angefangen zu schneien! Bevor wir uns getroffen hatten, hatte ich mir auf Google Maps den Standort unseres Ziels angeschaut und mir auch abfotografiert, damit wir nicht ewig suchen müssen. Heetak war jedoch der Ansicht, dass Naver – eine koreanische Suchmaschine – in Korea viel genauer ist und wir doch ihm das Suchen überlasse sollen. Gesagt getan. Wir sind ihm gefolgt, auch wenn ich zwischendurch gesagt hatte, dass das Restaurant in der entgegengesetzten Richtung liegt. Nach ca. 40 Minuten suchen hatten wir es immer noch nicht gefunden und sind nur noch im Kreis herum gelaufen, weshalb wir am Ende ein paar Leute gefragt hatten, die aber alle nicht wussten was wir meinten. Schließlich haben wir so etwas wie ein Information Center entdeckt, in welchem uns der Mitarbeiter – nach kurzem suchen – mitteilte, dass wir in die falsche Richtung gegangen sind und das Restaurant in der Station liegt, an welcher wir ausgestiegen sind. Google Maps VS Naver:1:0! Um bei Schnee nicht den ganzen Weg wieder zurück laufen zu müssen haben wir uns ein Taxi geholt, zumal Maria und ich am verhungern waren, da wir zuvor extra nicht so viel gegessen hatten um dann das Chicken genießen zu können. Die Enttäuschung war groß, als wir an dem Restaurant endlich ankamen und es geschlossen hatte… Notgedrungen sind wir dann auf der anderen Straßenseite Curry essen gegangen, was zwar auch lecker war, Chicken wäre uns aber trotzdem lieber gewesen. Nach dem Essen sind wir dann jeweils getrennte Wege nach Hause gegangen, um uns fertig zu machen, da wir am Abend zusammen in Hongdae feiern wollten.

Als wir uns um 10 Uhr am Exit 9 der Station getroffen hatten, wurde mir mal wieder klar, wie beliebt Hongdae doch hier ist. Schon an Wochentagen ist vor allem an diesem Ausgang ein reges Treiben, was aber ein Witz gegen die Menschenmasse ist, die am Wochenende die Treppen nach oben drängt. Ich habe leider kein Bild davon, kann aber sagen: der Wahnsinn! Es erstaunt mich immer wieder. Nachdem wir uns dann also alle getroffen hatten (Hallie und Wendy aus Lotte World, Maria, Heetak und Eric), sind wir zuerst noch etwas essen gegangen – und haben den schlimmsten Cocktail unseres Lebens getrunken: Tokyo Tea – ehe wir die Straße runter ins NB2 gegangen sind. NB2 oder auch Noise Basement genannt gehört neben den andern Clubs NB1 und Harlem dem koreanischen Unterhaltungsunternehmen und Plattenlabel YG Entertainment, dessen Künstler aktuell zu den erfolgreichsten der Welt zählen. Dazu gehören PSY – den wohl jeder kennt –, 2NE1, Big Bang und noch einige andere. Daher werden in den Clubs auch nicht nur die „allgemeine“ Musik gespielt sondern auch Songs der Künstler und es hat mir sehr viel Spaß gemacht, zu ein paar der Songs zu tanzen, die ich ebenfalls kannte (nur eine kleine Auswahl: Crooked von G-Dragon, Ringa Linga von Taeyang, Gangnam Style von PSY etc.). Außerdem hat NB2 einen Kooperationsvertrag mit NB1 und Harlem, sodass man nur einmal Eintritt zahlen muss aber in die anderen Clubs auch rein kann, was sehr praktisch ist, da sie alle nur ein kurzes Stück auseinander liegen. Wir sind wie gesagt zuerst in NB2, wo wir unsere Jacken abgegeben haben und kurz darauf auf die Tanzfläche sind. Es war kurz vor 12 Uhr und schon sehr viel los (NB2 ist einer der beliebtesten Clubs in Seoul), sodass wir uns erst mal durchquetschen mussten, ehe wir ein bisschen Platz für uns gefunden hatten. Trotzdem hatten wir von Anfang an super viel Spaß und mir war klar, dass ich das mit meinen Erfahrungen aus Deutschland niemals vergleichen konnte. Weil uns irgendwann dann doch zu warm in der Menschenmasse wurde, sind wir raus und nebenan ins Harlem gegangen, in welchem – Überraschung! – fast nichts los war. Maria hatte mir erzählt, dass Harlem von den meisten Besuchern dazu genutzt wird, ein wenig zu entspannen und dann zurück ins NB2 zu gehen. Also haben wir uns dort kurz hingesetzt, die vergleichsweise kühlere Luft genossen und sind dann wieder zurück ins NB2. Um unseren gezahlten Eintritt aber auch richtig zu nutzen sind wir gegen Ende noch ins NB1, das zwar nicht so vollgestopft war wie das NB2 aber dennoch einiges los war und dort haben wir dann den Rest der Nacht verbracht. Übrigens gab es in allen drei Clubs immer ein paar Leute, die vor dem Mischpult der DJs standen und bei allseits bekannten Songs, vor allem von den eigenen Künstlern, haben sie passende Tanzmoves gezeigt, die dann alle nachgemacht haben. Ein super Erlebnis! Erst gegen kurz nach 5 Uhr sind wir dann gegangen und zum Taco Bell in der Nähe der Station frühstücken. In Seoul fahren die Subways bis ca. 12 Uhr. Wenn man feiern geht hat man also drei Möglichkeiten: Entweder man geht vor 12 Uhr nach Hause oder man ruft sich irgendwann ein Taxi. Oder man nimmt die dritte Option und feiert die Nacht durch bis die Subways um 5:30 Uhr morgens wieder öffnen. Wir haben natürlich die dritte Option gewählt und uns nach dem Frühstück in die Subway zurück nach Hause gesetzt. Und als ich um halb 7 Uhr dann endlich daheim war, bin ich glücklich ins Bett gefallen.

 

Jedoch bin ich schon am frühen Mittag wieder aufgestanden, da ich letzte Woche auf der Arbeit für eine Auszubildende aus der Zentrale in München für ihr Praktikum hier ein Apartment in meinem Gebäudekomplex ergattert habe und mich bereiterklärt hatte, ihr am Ankunftstag bei Problemen zu helfen. Und da sie am Sonntag ankam, wollte ich notfalls wach sein. Glücklicherweise hat sie das Apartment dank Wegbeschreibung problemlos gefunden und wir haben ausgemacht, dass wir uns später treffen damit ich ihr die Umgebung zeigen kann. Das haben wir dann auch gemacht, sind ein wenig durch die Gegend gelaufen und haben etwas gegessen. Schließlich haben wir uns für den nächsten Morgen verabredet, um zusammen zum Goethe zu gehen.

 

Am Montag war ich ein wenig traurig, da dies meine letzte Woche im Institut sein würde. Danach habe ich noch zwei Wochen Urlaub, ehe es wieder zurück nach Deutschland geht. Die letzte Arbeitswoche hast sich aber als sehr interessant gestaltet, da wir im Institut eine SAP-Schulung hatten, zu welcher Verwaltungsmitarbeiter aus drei Regionen (Ostasien, Südostasien und Neuseeland) angereist sind. Es war eine tolle Erfahrung, so viele Leute aus den verschiedenen Instituten der Länder kennen zu lernen und mich mit ihnen zu unterhalten. Die Schulung hatte mich die zwei Wochen zuvor oft beschäftigt und ich hatte einiges zu tun, um bei der Organisation, der Unterbringung der Gäste etc. zu helfen. Ich war ziemlich erleichtert, dass alles dann im Endeffekt so gut geklappt hatte und es keine Probleme gab. Neben essen gehen mit den Teilnehmern der Schulung war ich die Abende wieder beim Language Cast-Treffen, mit Maria in Myeongdong einkaufen und habe Maraike – der Auszubildenden aus München – den Namdaemun Market gezeigt. Donnerstags sind wir von der Verwaltung aus noch ein letztes Mal gemeinsam essen gegangen und am Freitagnachmittag wurde ich dann im Kreis meiner Kollegen verabschiedet und habe ein Ständchen bekommen („Muss I denn, muss I denn zum Städtle hinaus…“). Ich finde es sehr schade, dass meine Zeit im Goethe-Institut Seoul schon so schnell vorbei ist und werde neben meinen Kollegen noch die netten alten Damen an der Seoul Station vermissen, bei denen ich jeden morgen mein Kimbap-Frühstück gekauft hatte, dann noch die Dame, die mich immer so nett anlächelt und grüßt, wenn wir aneinander auf dem Weg zur Arbeit vorbei laufen. Und natürlich den super Ausblick, den ich vom Goethe und meinem Arbeitsweg aus hatte. Aber wer weiß? Vielleicht kann ich ja irgendwann wieder zurück zum Institut kommen.

  SAP-Schulung Abendessen Abschiedessen

Chiru Chiru in Myeongdong Gruppenfoto SAP-Schulung

Das Wochenende hatte ich samstags wie immer mit Nachhilfe verbracht und danach hatte ich eigentlich vor, zwei Stationen weiter von Gangnam nach Seolleung zu fahren, wo es Königsgräber gab, die ich mir anschauen wollte. Ich bin auch dort hin gefahren, jedoch wollte ich zuerst verspätet zu Mittag essen, da ich vor der Nachhilfe nicht mehr dazu gekommen bin. Ich bin in ein Restaurant gegenüber des Parks gegangen, in welchem dann auch die Gräber sind und habe mir eines der Menüs bestellt. Als ich dann mein Essen bekommen hatte, sind mir fast die Augen ausgefallen! Ich hatte den halben Tisch voll mit Schälchen voll mit Beilagen, zudem noch meinen Reis und eine Suppe und kurz nachdem ich angefangen hatte zu essen, wurde mir noch Jeon gebracht (koreanische Pfannkuchen) mit Empfehlung aus der Küche. Wow! Das Essen war super lecker aber leider habe ich nicht alles leer bekommen – wäre aber auch etwas zu viel verlangt für eine Person. Nachdem ich aber so lange mit dem Essen gebraucht hatte, konnte ich die Gräber leider nicht mehr besichtigen, da ich nochmal einen Friseurtermin in Hongdae hatte – wieder bei Hair & Joy. Das kann ich jedem Ausländer in Seoul nur empfehlen, da sie einen super Service haben auch auf westliche Haartypen spezialisiert sind. Danach bin ich noch ein wenig durch Hongdae gelaufen, ehe ich wieder nach Hause bin.

 

Sonntag bin ich mit Maraike Richtung City Hall gefahren, um den Deosugung Palast zu besichtigen. Der ist bei weitem nicht so groß wie der Gyeongbokgung, den ich mir schon angeschaut hatte, trotzdem aber sehr schön und wenn man es zeitlich gut plant, dann kann man den Wachwechsel miterleben, der in regelmäßigen Abständen vor dem Palast stattfindet. Den ersten hatten wir leider verpasst, da wir zu der Zeit noch auf dem Gelände innen unterwegs waren. Jedoch sollte der nächste knapp eine Stunde später stattfinden, weshalb wir kurz Mittag essen waren und uns auf dem Rückweg eine Oreo Mint Chocolate zusammen mit einem Oreo-Muffin gegönnt haben – göttlich! Danach sind wir pünktlich zum Wachwechsel am Palast angekommen und ich konnte mein Ziel des Tages erfüllen: einen Hanbok anprobieren! Hanbok ist die traditionelle Kleidung in Korea und ich wollte schon die ganze Zeit einen anziehen, hatte aber leider nie die Gelegenheit dazu. Jedoch kann man vor dem Deosugung Palast während des Wachwechsels einen Hanbok für knapp fünf Minuten anziehen, um damit Bilder zu machen. Das lasse ich mir natürlich nicht entgehen! Jedoch hatte ich dabei eine etwas merkwürdige Erfahrung: als Maraike Fotos von mir gemacht hat, standen plötzlich viele andere Ausländer um mich herum und haben Bilder von mir gemacht, was mir etwas unangenehm wurde, als einer der Männer mit seiner Kamera immer näher kam – an mein Gesicht. Hallo?? Nachdem ich ihn böse angeschaut hatte, wurde ich zum Glück in Ruhe gelassen und hatte mich noch kurz mit einem Ahjussi (einem älteren Herrn) unterhalten, der begeistert von mir im Hanbok war (:D), ehe ich mich dann wieder umgezogen hatte. Ich finde diese Kleidung wirklich schön – was meint ihr? Danach sind wir Richtung Insadong gelaufen und haben Halt im Tourist Information Center gemacht, da wir eine Tour zur Demilitarisierten Zone machen wollten und jeweils noch einige Infos zum herumreisen einholen wollten. Das mit der DMZ können wir leider knicken, da Maraike nur an Wochenenden kann und alle Touren bis Mitte März ausgebucht sind – sehr schade! Nachdem wir noch die kostenlosen Telefone ins Ausland ausprobiert hatten, sind wir ein wenig durch Insadong geschlendert und nach einem Abendessen wieder nach Hause.

 

Bevor ich nach Seoul gekommen bin, hatte ich geplant, in meinen letzten zwei Wochen den südlichen Teil von Korea zu bereisen oder mir zumindest Busan und ein paar weitere Städte dort zu besuchen. Den Plan habe ich jedoch über Bord geworfen, da ich hier einfach zu viele Leute habe, mit denen ich mich nochmal treffen möchte, bevor ich vorerst wieder zurück nach Deutschland muss. Somit wollte ich vor allem in der ersten Woche Tagesausflüge in ein paar Städte in der Nähe von Seoul machen und die Abende und vor allem die letzte Woche mit meinen Freunden hier verbringen. Aber es kam wie es kommen musste: am Montag habe ich mich etwas schlapp gefühlt, weshalb ich nirgendwo hin gefahren bin und mich nur gegen Nachmittag mit Ki Hong, der gerade wieder ein paar Tage von Ulsan nach Seoul gefahren ist und Hanna, einer Freundin aus Deutschland die hier ein paar Wochen Urlaub macht, zu treffen. Wir sind nach Hongdae gegangen, durch die Straßen gebummelt und haben dann Jjim Dak (gekochtes Hühnchen mit Gemüse und Soße) gegessen. Danach ist Hannas Freund zu uns gestoßen und wir sind weiter in ein Café gezogen, wo wir uns noch lange unterhalten hatten, ehe wir langsam zurück zur Subway mussten, um noch nach Hause zu kommen.

 

Am nächsten Morgen war es dann so weit: ich war krank! Ich fühlte mich erschlagen und hatte Halsschmerzen, trotzdem wollte ich nicht untätig zu Hause herum sitzen sondern zum War Memorial und dann zum National Museum of Korea fahren, was für den Tag auf dem Plan stand. Auf dem Weg zur Subway bin ich noch in der Apotheke vorbei gegangen und habe mir Tabletten gegen Erkältung gekauft. Ich bin dann auch zu meinem Ziel gefahren, doch schon auf dem Hinweg hatte ich bemerkt, dass ich wirklich nicht fit bin und somit habe ich dann wieder kehrt gemacht und bin zurück nach Hause gefahren, wo ich mich für den Rest des Tages ins Bett gelegt hatte. War ja klar. Kaum habe ich Urlaub werde ich krank. Am ärgerlichsten war jedoch, dass an diesem Tag das vorerst letzte Language Cast-Treffen war, an dem ich teilnehmen konnte und da ich später noch mit Fieber im Bett lag, konnte ich meine Freunde von dort nicht mehr treffen, was ich sehr schade finde. Dank dem grippalen Infekt bin ich auch den kompletten Mittwoch flach gelegen, auch wenn ich jetzt langsam Besserung merke. Donnerstag bin ich trotzdem zur Nachhilfe gegangen, mit der Absicht, danach wieder nach Hause zu gehen. Aber ich hatte mich kurzerhand um entschieden und bin erneut zu den Gräbern gefahren – ich kann doch nicht meine letzten Tage hier in Korea damit verbringen, krank zu sein! Somit habe ich mir gestern also die Gräber angeschaut. Sie liegen in einem Park und der nette Ahjussi im History Center hat mir erklärt, dass es hier drei Gräber gibt: auf der einen Seite das Grab des 11. Königs der Joseon Dynastie, Jungjong und auf der anderen Seite das Grab seines Vaters, des 9. Königs Seongjong und das seiner Frau. Ich war ein wenig enttäuscht, weil ich dachte, dass man näher an die Hügelgräber herangehen kann, doch bei dem Sohn konnte man nur zum kleinen Tempel davor gehen und hat – Dank des Hügels – nicht sehr viel von dem Grab sehen können. Bei dem Vater hatte ich dann schon mehr Glück und man konnte neben der Mauer zum Grab schauen, was wirklich eindrucksvoll war. Danach bin ich aber wieder nach Hause, da ich immer noch nicht 100% fit bin – auch heute noch nicht. Dafür komme ich aber endlich mal wieder zum schreiben!

 

Heute werde ich mich mal auf den Weg zur Post machen. Ich habe ein Paket, das ich nach Deutschland schicken möchte aber es ist zu schwer um es den ganzen Weg bis zur nächsten Post zu tragen, daher wollte ich den Pick-Up Service der koreanischen Post in Anspruch nehmen. Nachdem das auf der Internetseite aber alles auf koreanisch da steht gehe ich lieber direkt vorbei und frage mal nach, wie man das denn beanspruchen kann.

 

Ich werde definitiv noch mindestens einen Eintrag schreiben, bevor es am 1. März zurück nach Deutschland geht – man darf also gespannt sein. Bis bald!

25Januar
2014

Tokyo

Kaum zu glauben aber wahr: Ich war vergangenes Wochenende in Tokyo! Und um diese tolle Erfahrung zu teilen, hier nun ein kompletter Eintrag nur über diesen Wochenendtrip. Und zum Schluss werde ich noch eine kleine Gegenüberstellung zwischen Seoul und Tokyo machen beziehungsweise die Unterschiede aufzählen, die ich bemerkt habe.

 

Den Flug hatte ich ja schon im November, genauer gesagt am Tag meines Abflugs nach Korea gebucht und am 17. Januar war es endlich so weit! Gegen 11 Uhr habe ich mich von meinem Apartment aus auf den Weg zum Flughafen Incheon gemacht, von wo aus gegen 15 Uhr mein Flug nach Narita, Japan gehen würde. Am Flughafen angekommen habe ich sofort (problemlos) eingecheckt und festgestellt, dass ich immer noch knapp zwei Stunden hatte. Also habe ich mich mit meinem Kollegen Herrn Baek getroffen, der zur gleichen Zeit am Flughafen war und dort auf die Ankunft seines Sohns aus Deutschland gewartet hatte. Somit haben wir dann zusammen auf seinen Sohn gewartet, was dann nicht ganz so langweilig war. Daewon, der Sohn, macht übrigens jetzt von der Schule aus zwei Wochen Praktikum bei uns im Goethe - der Einzige aus seiner Schule, der ins Ausland geht! Das hätte ich damals auch gerne gemacht…

Aber zurück zum eigentlichen Thema: Nachdem Daewon dann angekommen ist, bin ich wieder nach oben, um eine Kleinigkeit zu essen und dann durch den Sicherheitscheck zu gehen. Immerhin wurde es langsam Zeit für meinen Flug! Der war an sich auch sehr entspannt, keine Turbulenzen und Dank der Boing 747, mit der ich gefolgen bin, hatte ich sogar einen Fernseher um mir den knapp zweistündigen Flug etwas abwechslungsreicher zu machen. Als „Snack“ gab es eine Variation von Bibimbap und als Nachtisch ein Stück Kuchen, was nicht zu verachten war. Dabei habe ich vom Fenster aus den Mt. Fuji gesehen, der nicht allzu weit von Tokyo entfernt liegt. In Narita bin ich dann gegen halb 6 Uhr angekommen und nachdem ich meinen Rucksack vom Gepäckband abgeholt hatte (Kontaktlinsenflüssigkeit ist leider nicht für’s Handgepäck geeignet…), bin ich direkt zum N’EX, dem halbstündlich abfahrenden Schnellzug von Narita nach Tokio. Beim Ticketkauf hatte ich zeitlich Glück, denn die nächste Bahn ging kurz darauf und so war ich bald schon auf dem Weg zur Shibuya Station. Die Fahrt dauerte etwas mehr als eineinviertel Stunden und bis ich dann endlich in meinem Hotel, dem Granbell Hotel Shibuya (knapp 3 Minuten von der Station entfernt) war, war es schon 20 Uhr. Für den Abend blieb mir also nichts anderes übrig als einzuchecken, draußen noch kurz eine Kleinigkeit zu essen und dann früh ins Bett zu gehen. Immerhin hatte ich einen langen Tag vor mir. Das Zimmer war übrigens wirklich schön! Ich hatte ein super bequemes kingsize Bett und endlich eine richtige Dusche!! In meinem Apartment in Seoul ist die Dusche in das komplette (kleine) Bad integriert, also muss ich jedes Mal aufpassen, dass ich nicht das komplette Bad überflute und eventuell noch einen Teil des Zimmers. Die Probleme hatte ich im Hotel nicht und deshalb war das für mich der beste Teil am ganzen Zimmer – nicht lachen!

  Fuji

Nach einem leckeren Frühstück im Hotel (Crossaints, Marmelade, Toastbrot, Kuchen - hatte ich schon Ewigkeiten nicht mehr! Auch wenn ich es in Seoul auch kaufen könnte..) bin ich gegen 9 Uhr los vom Hotel und an der Station vorbei durch Shibuya gelaufen. An dieser Stelle tausend Dank an Asta, die mir mit ihrem Fachwissen mehrere Pläne erstellt hatte, um meinen Tag möglichst gut zu nutzen - du hast mich gerettet!! Und da die Pläne auch Wegbeschreibungen enthalten haben, war es nicht schwer, an meinen Zielen anzukommen. Angefangen damit, durch Shibuya zum Yoyogi Park dahinter zu laufen. Der Stadtteil Shibuya ist allgemein das Einkaufs- und Vergnügungsviertel um den gleichnamigen Bahnhof, mit zahlreichen Kaufhäusern, dem umsatzstärksten Starbucks und der geschäftigsten Straßenkreuzung der Welt. Morgens waren zwar noch nicht allzu viele Menschen unterwegs, trotzdem war schon reger Betrieb auf den Straßen. Ich habe mir aber nicht allzu viel Zeit für Shibuya gegeben, da ich erst zu dem Park wollte, der relativ geradeaus dahinter lag.

In dem Park gibt es den Meiji Schrein, was mein erstes Ziel für den Tag war. Kann ja nicht so schwer sein, einen großen Schrein in einem nicht allzu großen Park zu finden. Das dachte ich zumindest. Also bin ich entspannt durch den Park geschlendert, während ich die vielen Leute beobachtet habe, die dort Sport gemacht haben. Die meisten Menschen waren joggen oder Fahrrad fahren, außerdem wurde ein kleiner Marathon veranstaltet. Andere waren mit ihren Hunden unterwegs, die sogar ihren eigenen, abgesperrten Bereich hatten, in welchem die Hunde frei herumlaufen und spielen konnten. Selbst jetzt im Winter war der Park schön und ich kann nur erahnen, wie viel grüner und toller es wohl dort im Sommer ist. Übrigens habe ich noch nie so viele Raben auf einem Haufen gesehen, wie im Yoyogi Park. Nachdem ich durch den kompletten Park gelaufen bin, hatte ich den Schrein aber immer noch nicht gefunden und so langsam habe ich mich gefragt, ob ich ihn vielleicht wirklich übersehen hatte.. Ich war ein wenig enttäuscht, als ich zum Ausgang des Parks gelaufen bin, denn der Schrein stand ganz oben auf meiner „Unbedingt besichtigen“-Liste. Ich wollte dort noch einen Versuch starten und jemand anderen fragen – die vorherige Person hatte mich wohl nicht verstanden oder einfach keine Ahnung – ansonsten hätte ich mich auf den Weg zum nächsten Punkt auf dem Plan gemacht, immerhin hatte ich ja nicht viel Zeit. Glücklicherweise habe ich an dem Ausgang aber Karte des Parks entdeckt, auf der beschrieben stand, dass man, um zu dem Meiji Schrein zu gelangen, einen bestimmten Weg ein Stück weiter oben nehmen muss und man also nicht direkt von dem Park dort hin kommt. Nachdem die Erleuchtung nun endlich kam, bin ich wie beschrieben das kleine Stück an der Straße nach oben gelaufen, ehe ich auf einen großen Weg durch einen Wald eingebogen bin. Übrigens war es in Tokyo echt grün, was mich total gewundert hatte. Klar ist es hier etwas wärmer als zum Beispiel in Seoul, da Japan ein wenig südlicher liegt, aber trotzdem haben wir zur Zeit Winter – auch wenn es während meinen paar Tagen dort um die 7°C hatte. Ich konnte zum größten Teil mit offener Jacke laufen!

Jedenfalls bin ich dann diesem Weg gefolgt, auf dem noch viele anderen Leute gelaufen sind, von Touristen über Familien mit kleinen Kindern bis hin zu Geschäftsleuten und Rentnern – alles war vertreten. Auf dem Weg kam ich an aufeinandergestapelten, in Stroh gewickelten Sake-Fässern vorbei, welche jedes Jahr von Mitgliedern des Schreins den verehrten Göttern dargeboten werden. Weiter hinten konnte man den Meiji Jingū (= Meiji Schrein) Garten besichtigen, wenn man Eintritt bezahlte. Um mir die Chance nicht entgehen zu lassen, habe ich kurzerhand die paar Yen gezahlt und dann mit einer Karte, die ich am Schalter bekommen hatte, durch den Garten gelaufen. Auch hier war alles unglaublich grün und Dank dem strahlend blauen Himmel konnte ich die Sonne genießen, während ich alles auf mich wirken lassen konnte. Es gab ein traditionelles Teehaus, einen kleinen See, einen Brunnen und mehrere Sitzgelegenheiten, unterstützt von Schildern auf Englisch und Japanisch, die den Weg sowie ein paar wichtige Bereiche des Gartens erklärten. Als ich meine Runde gedreht hatte, bin ich weiter zum Schrein gelaufen, der dann praktisch schon um die Ecke war. Vor dem großen Bogen gab es zwei kleine Gelegenheiten um die Hände zu waschen, ehe man dann durch ein Tor zu einem Platz und dem Schrein kommt, der den Seelen des Meiji-tennō und seiner Frau Shōken-kōtaigo gewidmet ist. Hier gab es (natürlich) viele Touristen aber vor allem die Einheimischen standen vor der Schrein Schlange, um nach oben zu kommen und davor beten zu können. Rechts auf dem Platz stand ein großer, geweihter Baum, um den herum man Holztafeln mit Wünschen und Gebeten – genannt Ema – an vorgefertigte Haken hängen konnte, die am nächsten Morgen von einem Priester bei der Morgenzeremonie, der Mikesai dargebracht werden. Als ich am Schrein stand, gab es wohl auch so etwas wie eine kleine Zeremonie, jedenfalls sind ein paar Priester durch den Hof des Schreins gelaufen, mehrere ältere Japaner standen innen und haben sich verneigt und ein anderer Mann hat getrommelt. Außerdem bin ich Zeuge einer Hochzeitsgesellschaft geworden, die – angeführt von einem Priester sowie dem Brautpaar in traditionellen Kimonos – mit ihren Angehörigen über den Platz vor dem Schrein gezogen sind.

Außerhalb des Platzes gab es mehrere Geschäfte, an welchen man Glücksbringer kaufen konnte sowie ein Restaurant? Ich bin mir nicht ganz sicher, von außen sah es jedenfalls so aus. Ich bin jedoch wieder den Weg zurück gelaufen, da direkt neben den Sakefässern ein Bereich mit Souvenirläden und kleinen Restaurants war, wo ich mir dann Udon-Nudelsuppe gekauft habe. Die kenne ich schon aus Seoul, da wir in der Nähe des Goethe ein japanisches Geschäft haben und ich das sehr lecker finde. Aber gut, was (abgesehen von dem Schweinedarm…) hat mir bis jetzt auch nicht geschmeckt? Nachdem ich mich gestärkt hatte, bin ich direkt nach Harajuku, was gleich oberhalb von dem Yoyogi Park und dem Meiji Schrein liegt. Dort befinden sich viele Läden und Boutiquen, was es zu einem der wichtigsten Modezentren in ganz Japan macht und deshalb vor allem bei den jüngeren Leuten sehr beliebt ist. Leider hatte ich am Sonntag keine Zeit um dort hin zu gehen, denn dort treffen sich nachmittags sehr viele junge Bands mit verschiedensten Musikrichtungen, die dort ihr Können zum Besten geben. Daher bin ich nur durch die Straßen gelaufen und habe die unterschiedlichsten Geschäfte gesehen – von süßen Lolita-Looks über ‚normale‘ Straßenkleidung bis hin zu punkigen und rockigen Stilen war alles vertreten! Ich hatte aber leider keine Zeit, mir den ein oder anderen Laden näher anzusehen, da ich am Vormittag schon viel Zeit in dem Park und dem Schrein verbracht hatte. Eigentlich wollte ich an dem Tag noch nach Asakusa fahren, wo es noch viel mehr Schreine und Tempel gibt – das liebe ich! Da Asakusa jedoch 18 Stationen von mir entfernt lag, musste ich den Punkt schweren Herzens streichen, weil sonst mein anderer Plan nicht aufgehen würde: Ich wollte zum Tokyo Tower und von dort aus den Sonnenuntergang anschauen. Kurz darauf bin ich dann auch wieder zurück nach Shibuya, um von der Station dort nach Akabanebashi zu fahren, von wo aus ich dann zum Tower kommen würde. Auf dem Rückweg nach Shibuya bin ich an einem kleinen Platz mit Bänken vorbei gekommen, wo ich mich einen Moment hingesetzt habe. Auf der Bank daneben saßen zwei ältere Japaner, die mich dann auf Japanisch angesprochen hatten, wo ich denn herkomme. Früher konnte ich ein bisschen japanisch, was ich über die Jahre aber wieder verlernt habe. Und natürlich wollte mir nicht mehr einfallen, was „Deutsch“ auf Japanisch heißt. Nach einigem Hin und Her haben sie dann herausgefunden, dass ich aus Deutschland komme (doitsu – wie konnte ich das nur vergessen?) und haben sich sehr gefreut. Es stellte sich heraus, dass sie Teil einer kleinen Reisegruppe oder so waren und plötzlich war ich umringt von älteren Japanerinnen und Japanern, die mir unbedingt die Hand schütteln wollten. Das habe ich natürlich nicht verneint und dann noch ein paar Worte mit ihnen gewechselt, ehe wir alle wieder in unterschiedliche Richtungen weiter gegangen sind. Kurz vor der Station habe ich mir in dem großen Starbucks mit Blick auf den berühmten Zebrastreifen meine Green Tea Latte gekauft und einen Augenblick lang das rege Treiben unter mir beobachtet, bis ich weiter zur Station bin.

  Harajuku Harajuku

Shibuya Shibuya

Das Ticket für die U-Bahn zu kaufen stellte sich etwas schwieriger raus als gedacht – oder ich war einfach zu doof dafür. Von Seoul kenne ich, dass man einfach sein Ziel eingibt und dann seine Karte bekommt, auch wenn ich sowieso eine aufladbare Karte habe, für die ich die Automaten nicht benutzen muss. In Tokyo ist das nach Bereichen gegliedert und man muss sein Ziel auf einer U-Bahn Karte finden, wodurch man dann erfährt, wieviel Yen es kostet und demnach muss man die Karte kaufen. Wenn man umsteigt (so wie ich), muss man noch wissen, zu welchem Liniennetz die jeweilige Bahn gehört. Ich war unsicher, welche Karte beziehungsweise welches Netz ich benötige, also habe ich einen Mitarbeiter gefragt, der mir das dann freundlicherweise gezeigt hat. Danach bin ich ohne Probleme bis nach Akabanebashi gefahren, von wo aus man den Tower sofort gesehen hat. Die Sonne stand schon etwas tiefer, trotzdem bin ich nicht sofort zum Eingang, denn ich hatte unten an der Straße einen kleinen Park entdeckt, in dem ich ein paar Fotos schießen wollte – wofür hat man denn sonst auch eine tolle Kamera? Nach einer kleinen Fotosession bin ich dann aber doch zum Tokyo Tower – erbaut nach dem Vorbild des Eifelturms – und habe mir gleich ein Ticket zum Main Observatory (150m) gekauft, mit welchem ich dann im Aufzug zum ersten Aussichtspunkt gefahren bin. Dort habe ich ein paar Bilder gemacht, mich dann aber gleich wieder in die Schlange gestellt, an welcher man ein Ticket zum Special Obsevatory (250m) kaufen konnte. Hinter mir in der Schlange standen zwei Amerikaner, mit denen ich während dem Warten ins Gespräch gekommen bin. Die beiden waren auf einer Geschäftsreise und nach weiterem Erzählen („Ein Wochenendtrip nach Tokyo? Aus Deutschland?!“ – „Nein, ich wohne zur Zeit in Seoul!“) stellte sich heraus, dass einer der beiden früher ebenfalls in Korea, genauer in Daegu und dann in Seoul stationiert war. Außerdem hatte er des Öfteren schon Deutschland bereist und war begeistert von unserem Bier. „Da du ja aus Deutschland kommst, was hältst du eigentlich von dem koreanischen Bier?“ – „Wasser mit Farbe und etwas Geschmack.“ – „Meine Worte!“. Es war lustig sich mit ihnen zu unterhalten und ich habe mich gefreut, mit ihnen Bekanntschaft zu machen. Die fahrt mit dem kleinen Aufzug bis zum Special Observatory war etwas.. ich sage mal abenteuerreich. Der Aufzug sah nicht so modern aus wie der untere, war kleiner und man konnte von drei Seiten nach draußen sehen. Während der Aufzug nach oben fuhr kam dann folgende Durchsage: „Es könnte sein, dass während der Fahrt nach oben ein knackendes oder krachendes Geräusch zu hören ist. Dies ist völlig normal.“ – Krrrrrrgh. Na ein Glück, dass sie das vorher gesagt haben, sonst wäre ich wohl an einem Herzinfarkt gestorben. Wenn die Sicht unten schon toll war, war sie oben einfach nur umwerfend. Tokyo soweit das Auge reicht und da die Sonne kurz vor dem untergehen war, waren schon überall unzählige Lichter zu sehen. Ich habe mir alle Zeit der Welt gelassen, um den Ausblick auf mich wirken zu lassen und ein paar schöne Bilder zu schießen. Von den zwei Amerikanern hatte ich mich schon wieder verabschiedet, da sie schnell wieder nach unten und zu ihrer Kollegin mit Höhenangst wollten. Nachdem ich genug hatte, bin ich auch wieder nach unten gefahren, noch ein wenig im Main Observatory herumgelaufen und dann wieder langsam zurück nach Shibuya. Dort bin ich noch ein wenig durch die sichtlich belebteren Straßen gelaufen, bis ich wieder ins Hotel und ins Bett bin.

Sonntagmorgen bin ich noch früher aufgestanden und habe schnell gefrühstückt, um frühzeitig am Flughafen zu sein. Nachdem ich ausgecheckt hatte, bin ich zur Station gelaufen um mir dort ein Ticket für den N’EX zum Terminal 1 an dem Schalter zu kaufen, den ich am Abend zuvor gesehen hatte. Dort wurde mir mit Bedauern gesagt, dass ich den frühsten Zug um ein paar Minuten verpasst hatte und der nächste erst in einer Stunde geht. Da ich aber dank meines frühen Aufstehens genügend Pufferzeit hatte, habe ich mir ein Ticket für den nächstmöglichen Zug gekauft und bin erneut zu Starbucks, um mich (mit meiner Green Tea Latte) erneut ans Fenster zu setzen. Die Sonne hatte schon wunderbar geschienen und habe ich mit Gute-Laune-Musik aus meinem MP3-Player die Zeit und die Wärme genossen. Ich war pünktlich am Bahnsteig und bin dann zum Flughafen gefahren, während ich noch ein vorerst letztes Mal zugesehen habe, wie Tokyo an mir vorbei zieht.

Meine erste Tat am Flughafen war natürlich das einchecken, was sich dieses Mal als schwieriger rausstellte als angenommen. Es gab so ziemlich das gleiche Problem wie damals, als ich von Frankfurt nach Seoul geflogen bin: Ich musste meinen gebuchten Flug (in diesem Fall zurück nach Deutschland) vorweisen, ansonsten gäbe es Probleme mit dem einchecken. Tja. Doof nur, dass ich natürlich nicht meine ganzen Flugdokumente für meinen Rückflug nach Frankfurt dabei hatte – was völlig logisch ist, denn wenn ich meine Tasche hier verloren hätte, wären all meine Dokumente verloren – und die zu Hause, in meinem Apartment in Seoul friedlich in meiner Dokumentenmappe liegen. Was nun? Ich habe glücklicherweise die App „Ckeckmytrip“ auf meinem Handy, mit welchem ich den Flugstatus sowie die Reisedaten für meine Reise nach Korea und auch den Flugstatus für Japan ständig überprüft hatte. Und da es am Flughafen WiFi gab, konnte ich der Frau am Schalter schließlich beweisen, dass ich am 1. März mit der entsprechenden Buchungsnummer zurück nach Deutschland beziehungsweise Frankfurt fliegen werde.

Trotz der 20 – 30 Minuten, die ich zum einchecken gebraucht hatte, war noch viel Zeit bis zum Sicherheitscheck musste, also bin ich ein wenig durch die Mall mit Kleidungsgeschäften und Souvenierläden geschlendert, die direkt am Ende der Halle war. Ich war gerade dabei, mir einige Mitbringsel anzuschauen, als ich plötzlich gerufen wurde und mich verwirrt umdrehte. Wen kenne ich, der ausgerechnet an diesem Tag um diese Zeit am Flughafen Narita ist? Überraschung! Die zwei Amerikaner vom Vortag zusammen mit ihrer Kollegin, die ich nun auch kennenlernte. Wenn das mal nicht unglaublich ist, dann weiß ich auch nicht weiter… Wir haben uns erneut ein wenig unterhalten, ehe wir wieder getrennte Wege zu den Sicherheitschecks gegangen sind. Als ich auf dem Weg zu meinem Gate war, ist mir siedend heiß eingefallen, dass ich ja gar kein Sushi in Japan gegessen habe – das ist ein Verbrechen! Doch glücklicherweise gab es quer gegenüber von meinem Gate ein kleines Sushi Restaurant, in welchem ich dann doch noch zu meinem Essen gekommen bin. Leeecker!

Der Rückflug war mit einer etwas kleineren Maschine ohne Fernseher, was aber auch kein Problem darstellte, immerhin hatte ich für solche Fälle ja meinen MP3-Player dabei! Auf halber Strecke gab es ein paar Turbulenzen, bei welchen ich froh war, dass ich nicht unter Flugangst leide. Die waren aber relativ schnell wieder vorbei und mich hatte es sowieso nicht sonderlich gestört. In Incheon angekommen bin ich dann wieder zu meinem Apartment und war gegen 18 Uhr zu Hause.

Wenn ich jetzt Korea und Japan – besser gesagt Seoul und Tokyo vergleiche, ist mir folgendes aufgefallen:

- Tokyo ist geordneter, zumindest was die U-Bahnen betrifft. Zwar gibt es auch in Seoul Beschriftungen und Zeichen, wo man stehen soll, trotzdem halten sich nicht alle immer daran. Vor allem die älteren Koreaner nicht, die hier sowieso eine Art Sonderstellung haben und mehr Freiheiten genießen (aka Leute anrempeln, sich durchdrängeln etc. Auch wenn natürlich nicht alle so sind aber es kommt auch nicht selten vor). In Tokyo halten sich alle an die klaren vorgaben und es gibt kein Geschupse und Gedränge – zumindest nicht zu der Zeit, als ich unterwegs war. Ob es in der Rush Hour genauso aussieht, kann ich nicht beurteilen.

- In Tokyo hatte ich mehr Großstadt-Feeling. Was eventuell daran lag, dass ich nur in den Touristengegenden unterwegs war. Auf jeden Fall habe ich in Seoul nicht allzu oft das Gefühl, in einer 10 Millionen Einwohner-Stadt zu leben. Das liegt wahrscheinlich an den vielen Seitenstraßen und Gassen und auch daran, dass Seoul nicht ganz so gedrängt ist wie Tokyo? Kommt mir zumindest so vor. Klar gibt es in Seoul ebenfalls unzählige Hochhäuser und alles ist direkt nebeneinander gebaut, in Tokyo ist das aber noch viel extremer.

- Tokyo gab mir nicht ganz das Gefühl, Ausländer zu sein. Zwar habe ich auch hier den ein oder anderen Seitenblick zugeworfen bekommen. Aber es war nicht ganz so häufig wie in Seoul. Wird wahrscheinlich auch daran liegen, dass ich wie gesagt nur in den Touristengegenden unterwegs war.

Das waren so meine Eindrücke, wobei ich denke, dass man in einem Tag nicht sehr viel (wenn überhaupt) über ein Land lernen kann. Es war schön, zurück in Seoul wieder „daheim“ zu sein, dennoch war ich definitiv nicht zum letzten Mal in Tokyo oder allgemein in Japan und hoffe, dass ich bald wieder zurück kann. Asta, ich hoffe du fühlst dich jetzt angesprochen!! Und nochmal tausend Dank für die Pläne, auch wenn ich leider nicht 100% davon geschafft habe.. Und als Memo für mich: Das nächste Mal, wenn ich in ein anderes Land fliege, sollte ich nachschauen, ob ich einen Adapter benötige. Denn nur weil Korea die gleichen Steckdosen hat wie Deutschland, heißt das noch lange nicht, dass das in Japan genau so ist. Sollte ich mir dringend merken. In dieser Stelle ein Hoch auf die Langlebigkeit meiner Akkus!

 

Und nun noch kurz ein allgemeines Update: Seit Montag arbeitet Herr Baeks Sohn Daewon also bei uns und ihm gefällt es super, außerdem haben wir seit Montag auch noch eine Praktikantin in der Spracharbeit bekommen – nun sind wir schon vier Praktikanten! Donnerstag war ich mit Herrn Baek und seinem Sohn nach der Arbeit im I’Park in Yongsan. Das ist eine große Mall mit vielen Geschäften, Restaurants, einem Kino, einer Eisbahn und einem Softair-Stand. Herr Baek hat sich einen Blu-ray Player gekauft und ich bin bei den Kameraobjektiven durchgewuselt. Und dann sind wir zum Softair-Stand gegangen, da Herr Baek mit eignen Augen sehen wollte, dass ich wirklich schießen kann. Der Probedurchlauf war noch nicht ganz so gut, da ich vom Verein nur Luftgewehr gewohnt bin und noch nie Softair ausprobiert hatte, wo wir dann auch mit Pistolen geschossen hatten. Trotzdem konnte ich einige Punkte holen. Dann sind wir erst was essen gegangen, um nach einer Stärkung dann richtig loszulegen. Da haben wir fünf Durchläufe gemacht und ratet mal, wer immer Erste war…. :) Das schießen verlernt mal also nicht so schnell, auch wenn Softair sehr unterschiedlich zu Luftgewehr und dem „normalen“ schießen aus dem Verein ist. Hat aber auf jeden Fall richtig Spaß gemacht und ich will unbedingt wieder da hin!

Nachdem mir mein Nachhilfeschüler abgesagt hatte, wollte ich mich heute eigentlich mit Freunden treffen, aber entweder hatten alle Prüfungen, Präsentationen, Konzerte oder andere Pläne, also hatte ich geplant, allein in die Stadt zu gehen. Nachdem ich heute Morgen dann aber den grauen Himmel und den Nieselregen sah, hatte sich die Sache erübrigt und ich habe mir lieber einen entspannten Tag im Apartment gemacht, etwas fern gesehen, endlich den Blogeintrag fertig geschrieben und seit Ewigkeiten wieder koreanisch gelernt! Morgen werde ich mir einen Buchladen suchen, da ich sowieso schon seit einiger Zeit mal wieder ein gutes Buchen kaufen will und ich am Montag Prüfungsaufsicht im Goethe machen, was sich ohne etwas zum lesen wahrscheinlich ziemlich ziehen würde. Nächste Woche haben wir Donnerstag und Freitag frei, denn es ist 설날 (= Seollal), besser gesagt Lunar New Year! Genaue Pläner habe ich dafür noch nicht, denn wegfahren kann man zu der Zeit vergessen, schließlich ist fast ganz Korea auf den Beinen. Donnerstag werde ich wahrscheinlich wieder Nachhilfe geben und Freitag bin ich bei Herrn Baek, seiner Freundin und seinem Sohn nach Ilsan eingeladen. Wenn alles klappt schaue ich mir Samstag dann Suwon an, eine Stadt südwestlich von Seoul. Das steht aber noch nicht ganz fest. Ich werde sehen, was die Woche so bringt und worauf ich Lust habe.

16Januar
2014

Leas Besuch Teil 2

Nun die Fortsetzung zu meinem vorherigen Eintrag. Viel Spaß beim lesen!

 

Am 30.12. musste ich arbeiten. Lea ist mit gekommen und hat somit auch einen Einblick in die Arbeit des Goethe Instituts, genauer gesagt in die Arbeit der Verwaltung dort bekommen und meine netten Kollegen während des gemeinsamen Jahresabschluss-Mittagessens kennen gelernt. Abends hatten wir eine Weihnachtsfeier von der Verwaltung aus und sind in der Nähe des Gwanghwamun Palasts Shabu Shabu essen gegangen. Das ist ein japanisches Brühfondue und besteht aus in dünne Scheiben geschnittenem Fleisch und Gemüse (z.B. Salat, Pilze, Sprossen), das meist zusammen mit einer Dip-Sauce serviert wird. Es hat sehr gut geschmeckt! Nachdem jeder seine Wünsche für das neue Jahr gesagt hatte, sind wir weitergezogen zu Noraebang. Noraebang ("Norae" = Lied, "bang" = Raum) ist koreanisches Karaoke, jedoch anders, als man es aus dem europäischen Raum kennt. In Korea mietet man sich zusammen einen Raum für mindestens eine Stunde, in welchem eine Karaokemaschine, Sofas, Tische, Mikrofone und kleine Schellentrommeln gibt. Aus einem seeeehr dicken Buch kann man sich koreanische, japanische, chinesische und auch englische Lieder raussuchen, von welchen man dann die Nummer in die Maschine eingibt und schon kann man munter drauf los singen! Es war für Lea und mich das erste Mal in einem Noraebang und es war definitiv eine super Erfahrung und wir hatten mit allen einen schönen und lustigen Abend. Nachdem langsam alle nach Hause gegangen sind, haben wir beide uns entschieden, von Gwanghwamun Richtung Insadong zu gehen und dort in einem Café noch eine richtig gute, heiße Schokolade zu trinken, ehe auch wir uns auf den Heimweg gemacht haben.

  Shabu Shabu 노래방

 

Für Silvester hatten wir uns mit unserem Freund Seung Jin verabredet, welcher uns am nächsten Morgen mit einem verpassten Anruf und drei ungelesenen Nachrichten überraschte, in welcher er die Zeit auf 11 Uhr an der Station beim Gwanghwamun Palast festgelegt hatte. Nachdem Lea und ich erst um 10 Uhr aufgewacht sind (ein Hoch auf die Stummschaltung der Handys!), haben wir uns so schnell fertig gemacht wie wohl noch nie zuvor und uns mit ihm auf 11:30 Uhr geeinigt, da wir ja immerhin auch noch Fahrtzeit mit einplanen müssen. Da wir von ihm mysteriöse Nachrichten wie „Zieht keine schicken Schuhe an, wenn ihr überleben wollt!“ und „Tragt bequeme Kleidung..“ geschickt bekommen hatten, waren wir sehr neugierig auf das, was er für den Tag geplant hatte, sollten jedoch erst erfahren wohin es geht, wenn wir ihn sehen. Außerdem würde noch „a friend“ (Männlich? Weiblich?) zu uns stoßen.

Nachdem Lea und ich uns also hektisch auf den Weg gemacht hatten und schnell in die Subway gesprungen sind, erhielten wir folgende, wunderbare Nachricht: „Ich werde mich eine Stunde verspäten…“. Was leider auch kein Scherz war, wie wir zuerst vermutet hatten. Der liebe Seung Jin hatte es doch tatsächlich fertig gebracht, in dem Bus einzuschlafen und dieser braucht exakt eine Stunde, bis er eine Runde gedreht hat. Darauf hin hatten wir ihm freundlich versichert, dass es okay ist und wir ihm erst den Hals umdrehen, wenn er da ist, und sind in Paris Baguette an einem der Ausgänge wo wir uns ein verspätetes Frühstück gegönnt haben, zu dem dann Eun Hae - eine Kindheitsfreundin von ihm - gestoßen ist. Mit ihr haben wir uns unterhalten, bis Seung Jin dann auch mal angekommen ist (wir haben ihn netterweise weiterleben lassen) und uns mit seinem Handynavi weg von der Innenstadt und Richtung Nord-Westen geleitet hat. Dabei hat er uns verraten, dass wir an der Festungsmauer von Seoul entlang zu dem Berg Inwangsan (338m) wandern werden. Ich hatte zuvor schon von dieser Mauer gelesen und wollte sie unbedingt besichtigen, weshalb ich mich sehr darüber gefreut hatte. Der Weg den Inwangsan hinauf war sehr schön - wir sind direkt neben der Mauer entlang gelaufen und der Ausblick über Seoul wurde von Meter zu Meter besser! Jedoch waren die zwischenzeitlichen Stufen und die letzten Meter, in welchen man sich mit Hilfe von gespannten Seilen an steilen Wegstücken weiter gezogen hatte, schon etwas anstrengend.

Das alles war jedoch völlig vergessen, als wir oben auf dem Berg standen und einen unglaublichen, atemberaubenden 360°-Ausblick hatten, den man auf Bildern und Videos gar nicht richtig festhalten kann. Selbst jetzt, wenn ich daran denke, bin ich noch begeistert von dem freien Blick! Natürlich hatte auch das Wetter einen großen Faktor gespielt - wir hatten strahlend blauen Himmel und die Temperaturen waren angenehm genug, um streckenweise mit offener Jacke beziehungsweise ohne Jacke zu laufen.

Nachdem wir noch ein wenig die Landschaft genossen und unsere Neujahrswünsche gefilmt hatten, haben wir uns wieder auf den Rückweg gemacht. Aber wir haben nicht die gleiche Route zurück genommen, sondern haben nach einer Weile einen anderen Weg eingeschlagen, der uns dann ein ganzes Stück weiter unten an einem kleinen Tempel vorbei geführt hat. Dort wurde Lea und mir sogar erlaubt, über die Absperrung zu der 5 Tonnen schweren Glocke zu klettern und ein Bild damit zu machen. Die Glocke wurde vor ca. 50 Jahren gekauft, aus Spenden von den Mönchen und Einwohnern Seouls finanziert und durch Menschenkraft die letzten Meter hinauf gebracht.

Wieder zurück in der Zivilisation haben wir uns erst mal Ddeokbokki (= Reiskuchen mit scharfer Soße) und Kimbap (Sieht auf den ersten Blick für die meisten Menschen wie Sushi aus, besteht aber aus mehr Zutaten, ist größer, in der Regel ohne rohen Fisch und schmeckt meiner Meinung nach viel besser!) als kleine Snacks geholt, ehe sich Eun Hae leider schon von uns verabschieden musste. Seung Jin, Lea und ich sind darauf hin am Unabhängigkeitstor vorbei Richtung Insadong gegangen, wo wir das Ddeok (= Reiskuchen) Museum seiner Tante besichtigt haben. Es war zwar nicht sehr groß aber dafür durchaus interessant und die kleine Führung war lehrreich. Unten haben wir uns dann noch etwas Ddeok gekauft, um unseren neu entfachten Heißhunger darauf zu stillen! Kurz ausgeruht - und weiter geht’s nach Hongdae, wo nach ein wenig herum laufen im Jireu Jireu, in welchem Lea und ich schon in der vorherigen Woche waren – zu Abend gegessen und uns dabei über viele interessante Themen unterhalten haben…. :)

떡볶이 & 김밥

떡 Shabu Shabu

Schließlich musste Seung Jin aber auch los und zurück blieben Lea und ich ohne Plan, was wir denn jetzt mit den restlichen drei Stunden im Jahr 2013 anfangen sollen. Also sind wir erneut durch die Straßen von Hongdae gelaufen, in der Hoffnung, einen glorreichen Einfall zu bekommen. Aber schon nach wenigen Minuten wurden wir von unseren Gedanken abgebracht, als wir eine Straßenband hörten. Diese kann man in Hongdae vor allem an Wochenenden beobachten, wo sich Bands wie auch Solo-Künstler an unzähligen Ecken einfinden und ihr Talent mit der Öffentlichkeit teilen. Die Band, welche Lea und ich an diesem Abend entdeckt hatten, heißt Soundbox und wir haben immer noch keinen blassen Schimmer, weshalb sie bis jetzt von niemandem unter Vertrag genommen wurden! Sie haben die komplette Menge mitgerissen, eine tolle Show abgelegt, waren durch Beatboxing, Hit-singen, Stepptanz und weiteren kleinen Einlagen abwechslungsreich und man hat ihnen angesehen, wie viel Freude sie am performen haben – was hätte ich in dem Moment gegeben, um selbst dort mitmachen zu können! Lea und ich waren so gebannt und begeistert, dass wir den kompletten Auftritt verfolgt und ihnen am Ende noch ein Trinkgeld dagelassen haben. Aber als auch die Künstler langsam wieder zusammen gepackt hatten, standen wir wieder vor derselben Frage: Was tuen? Inspiriert durch die Show haben wir uns spontan dazu entschieden, zurück in mein Viertel zu fahren (da die Subways nur bis ca. 24 Uhr fahren) und dort in Noraebang zu gehen. Gesagt getan – wir sind in Noraebang! Und wenn das mal keine einzigartige Silvester-Erfahrung war, dann weiß ich auch nicht weiter. Wir haben alle möglichen Songs gesungen sowie uns an neuen versucht (nie wieder „Dash“ von M.I.B… obwohl wir trotz Rap-Genuschel eine hohe Punktzahl erreicht haben. Wie ging das??) und mit „The Final Countdown“ von Europa haben wir uns schließlich in das neue Jahr gesungen. Nachdem unsere Stunde um war, sind wir nach Hause gegangen – Feuerwerke oder sonstiges gibt es erst bei Lunar New Year in zwei Wochen. Dieses Silvester war das bisherig beste, einfach weil es so völlig anders war von dem, was man in Deutschland normalerweise an diesem Tag macht. Wir hatten definitiv einen richtig tollen Tag und hey! Nicht jeder kann von sich behaupten, sich in Korea in Noraebang ins neue Jahr gesungen zu haben!

 

Den ersten Tag in 2014 wollten wir gelassen angehen und sind zur Ewha Womens University in der Nähe von Hongdae gefahren. Durch Zufall hatten wir mal im Internet gelesen, dass es dort ein Café namens „Princess Diary“ gibt, in welchem man Kleider und vor allem Hanboks - also die wunderschöne, traditionell koreanische Kleidung – anziehen und dabei sein Getränk genießen kann. Die Wegbeschreibung war simpel und nach einem kurzen Mittagessen sind wir an dem beschriebenen Gebäude angekommen, in dessen dritten Stock das Café sein sollte. Wir sind also nach oben gelaufen, haben es jedoch nicht gefunden. Also sind wir noch weiter, bis die Treffen aufgehört haben und wieder zurück, da wir es immer noch nicht entdeckt hatten. Das ging ein paar Minuten weiter, bis wir ein Schild (auf koreanisch) bemerkten, was wohl bedeutet, dass das Café an einen anderen Ort umgezogen ist. Dank unserer schlechten Koreanischkenntnisse haben wir es auch nicht mehr gefunden und etwas enttäuscht wieder zurück zur Subway gelaufen – immerhin hatten wir uns schon darauf gefreut, einen Hanbok anziehen zu können. Wenigstens stand auf unserem Programm noch mehr und wir sind nach Yeouido Island weiter gefahren. In der Nähe dieser Station steht das 63 City Building, ein Wolkenkratzer, der über den Han Fluss blickt und in welchem es ein Wax Museum, Sea World, in den oberen Stockwerken Restaurants mit Ausblick und im 63. Stock eine Aussichtsplattform gibt, von welcher man bei guter Sicht bis nach Incheon blicken kann. Das Gebäude ist 246 m hoch.

Nach einer kleinen Kaffeepause, in welcher wir unseren Blutzuckerspiegel mit Cheesecake und Black Forest (= Schwarzwälder Kirschtorte – nicht so gut wie in Deutschland) etwas aufgeputscht haben, sind wir also zu dem Gebäude und allein direkt davor zu stehen war schon beeindruckend. Zuerst sind wir nach unten gefahren, wo das Aquarium angelegt ist und haben uns die vielen Fische, Robben und sonstige Meerestiere angeschaut. Es gab sogar zwei Pelikane, ein paar Schlangen und eine ziemlich echt aussehende Attrappe eines Krokodils. Nachdem wir Nemo gefunden hatten, sind wir zu den Aufzügen, um uns den Ausblick von oben anzuschauen, doch der ist nur bis in den 60. Stock gefahren. Dort wurde uns erklärt, dass wir die Glasaufzüge an der Außenwand nehmen müssen, die non-stop bis zur Plattform fahren. Glasaufzüge – wuhu. Ich war mir schon ziemlich sicher, Dank meiner ausgeprägten Höhenangst die gesamte Fahrt lang die Tür anzustarren aber ich hatte mich getäuscht. Was auch immer in mich gefahren ist, seit ich hier bin: entweder meine Höhenangst nimmt ab oder ich traue mir mehr zu. Allein schon wenn ich an die steile Wanderung von Silvester denke, weiß ich, dass ich mich das vor einem Jahr nie getraut hätte. Und trotzdem habe ich im Aufzug die ganze Zeit durch die Glasscheibe nach unten gesehen und gestaunt, wie schnell doch alles kleiner wurde. Da die Sonne zuvor untergegangen war, konnte man die vielen Lichter von Seoul sehen, die auch sehr schön auf den Han geschienen haben. Oben im 63. Stock angekommen, war die Aussicht umwerfend. Seoul soweit das Auge reicht, überall Lichter, alles sah aus, als wäre es Miniatur und man konnte auf allen Seiten hinaus sehen! Leider waren die Scheiben etwas verschmiert, weshalb die Bilder nicht komplett scharf geworden sind – aber ich denke, dass man so etwas ein Gefühl für diesen wahnsinnigen Ausblick bekommt. Wir haben ihn auch lange genossen, bis wir wieder mit dem Aufzug nach unten und weiter Richtung Banpo Brücke gefahren sind. Die Brücke ist etwas, das ich unbedingt sehen wollte, denn sie besitzt mit einer Gesamtlänge von 1140 Metern das längste Brückenwasserspiel der Welt (Bilder suchen ist an dieser Stelle durchaus erwünscht!). Erst nach langem laufen ist uns aufgefallen, dass wir in die falsche Richtung unterwegs waren… Und da es schon relativ spät war, haben wir uns auf dem Heimweg gemacht, mit dem Versprechen, gleich am nächsten Tag einen weiteren Versuch zu starten!

 

Donnerstag haben wir uns mit Joo Kyung in Samcheong-dong getroffen, dem Stadtteil, in welchem auch Bukchon liegt. Dort gibt es viele kleine Kunst Galerien, Geschäfte und Restaurants, meist im alten Hanok-Stil. Mittag haben wir in einem schön eingerichteten Restaurant gegessen und natürlich hat es super lecker geschmeckt! Danach sind wir durch die vielen kleinen Straßen und Gassen gebummelt und Lea und ich haben zum ersten Mal Ho Ddeok gegessen. Zuvor hatte uns Joo Kyeong gefragt, ob wir Lust haben, danach Ho Ddeok essen zu gehen – wir hatten jedoch Hotdog verstanden, da es auch so ausgesprochen wird. Natürlich waren wir etwas verwirrt – wieso sollten wir Hotdog essen gehen? Das Rätsel wurde aber schon bald an einem kleinen Straßenstand gelüftet, auf welchem groß „Ho Ddeok“ stand. Ddeok ist, wie schon erwähnt, koreanischer Reiskuchen. Ho Ddeok sind süße Reiskuchen-Pfannkuchen, gefüllt mit einem Sirup aus braunem Zucker und Honig. Hört sich nach einer Kalorienbombe an und ist es auch. Aber nichts desto trotz ist es so super lecker, dass wir uns später noch eins gegönnt haben!

호떡

Da wir schon mal in Samcheong-dong waren, sind wir anschließend noch durch Bukchon gelaufen und dann wieder nach unten, auf den Weg Richtung Insadong und nach weiterem bummeln schließlich zum Cheonggyecheon, der bei Nacht fast noch schöner aussieht als bei Tag. Ich finde es immer noch erstaunlich, dass ich dort, mitten in Seoul, meinen Arbeitskollegen Jonghyun getroffen habe. In der Millionenstadt Seoul. Das soll mir mal einer nachmachen! Joo Kyung hatte sich kurz darauf verabschiedet und Lea und ich sind dann erneut Richtung Banpo Brücke gefahren, dieses Mal mit dem richtigen Weg im Kopf! Noch während der Fahrt bekam ich eine Nachricht von Joo Kyung, dass sie im Internet nachgeschaut und dort gelesen hat, dass die Wasserspiele im Winter nicht stattfinden. Merke: Das nächste Mal den kompletten Eintrag lesen, um unnötiges hin- und herfahren zu vermeiden. Da es nun keinen Sinn mehr hatte, weiter bis zur Brücke zu fahren, sind wir an der nächsten Haltestelle ausgestiegen, haben in einem zufällig entdeckten Yoogane zu Abend gegessen und uns dann wieder in die Subway nach Hause gesetzt.

 

Am nächsten Tag sind wir nach Incheon gefahren, wo wir uns mit Jae Young, einer Freundin von Lea, die sie in ihrem Sommerurlaub in Korea kennen gelernt hatte, zu treffen. Mit ihr und einer weiteren Freundin, Da Hee, sind wir, nach einem unglaublich vielfältigem Essen in einem traditionell gehaltenen Restaurant, durch Underground Shopping Center und eine große Mall gebummelt. Underground Shopping gibt es auch in Seoul, vor allem in den großen Subway Stations. Dort gibt es unzählige Stände und kleine Geschäfte, die von Kleidung über Kosmetik bis hin zu Elektronikwaren alles anbieten. Der Nachteil bei den Kleidungsgeschäften ist, dass man die meisten Sachen vor dem Kauf nicht anprobieren kann und vieles „free size“ ist, wobei das natürlich nicht heißt, dass es Menschen die Kleidergröße S haben eben so passt wie Menschen mit L. Keine Ahnung woher die Koreaner dieses geschulte Auge haben und schnell sehen, ob ihnen das passt und auch steht oder nicht – mir ist es jedenfalls zu riskant, weshalb ich mir auch nichts gekauft habe. Aber es hat trotzdem Spaß gemacht, durch das riesige Underground Shopping Center zu laufen und den ein oder anderen Laden näher zu inspizieren. In der Mall gab es dann auch größere Geschäfte mit Umkleidekabinen, was mir lieber ist und sich gleich ausgezahlt hat – immerhin war „sale“! Wir hätten uns noch Stunden, wenn nicht sogar Tage in der Mall aufhalten können, wenn es nicht schon Abend gewesen wäre. Nach einer Pause in einem Café und einem leckeren Abendessen haben wir uns zu unserem eigentlich Ziel auf gemacht: Jjimjilbang! Das ist eine koreanische Sauna, in welcher wir dann auch übernachten würden. Zuvor hatte uns Jae Young ein wenig davon erzählt. Man hat mehrere Saunas mit unterschiedlichen Temperaturen und daneben gibt es ein Badehaus. Als wir erfahren haben, dass man in das Badehaus hinein geht wie von Gott geschaffen, haben wir uns dagegen ausgesprochen und gesagt, dass wir nur in die Sauna möchten, was man machen kann. Allein der Gedanke, in dem Badehaus herum zu laufen, war mir unangenehm.

Im Jjimjilbang angekommen haben bezahlt und darauf hin Armbänder mit einem Schlüssel und einem Chip mit Nummer bekommen. Dann sind die Frauen auf die eine Seite geschickt worden, während die Männer zur anderen sind. Wir haben uns an der Treppe einige Handtücher mitgenommen und dann unten unsere Schuhe ausgezogen und in das Schließfach mit unserer Nummer gestellt. Dann sind wir weiter zu den eigentlichen Spinten, welche direkt beim Badehaus sind. Auf dem Weg dahin haben wir unsere Saunakleidung bekommen – ein T-Shirt und eine kurze Hose. Im ersten Moment war es etwas gewöhnungsbedürftig, die ganzen Frauen aus dem Badehaus ein- und ausgehen zu sehen. Aber nun mal ehrlich, wir wissen alle wie eine Frau aussieht und nach dem ersten Schreckmoment war alles völlig normal. Wir sind dann auch mit ins Badehaus, war eine tolle Erfahrung war. Vor allem die Becken mit den unterschiedlichen Temperaturen haben entspannt und wir wollten zuerst gar nicht mehr aus dem Becken. Irgendwann sind wir dann aber doch wieder zurück, haben die erhaltenen T-Shirts und Hosen angezogen und sind mit dem Aufzug hoch zum eigentlichen Sauna- und Aufenthaltsbereich gefahren. Im ersten Stockwerk hat man viel freien Boden, auf den sich die Menschen gesetzt oder gelegt haben (ein Hoch auf Fußbodenheizungen in Korea), einen Fernseher, einen kleinen Kiosk, an welchem wir uns sofort etwas zu Trinken gekauft haben, zwei Schlafräume, ein Kino und die unterschiedlichen Saunas. Und an dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass wir 9.000 Won als Eintritt zahlen mussten, was knappe 6 Euro sind. Für ein Bad, Sauna, ein Kino und Schlafmöglichkeiten sowie einen Fitnessraum im anderen Stockwerk, auf welchem man Spiele und Bücher ausleihen sowie Essen (mit der Chipkarte) kaufen konnte. 6 Euro. Das sollte man sich noch einmal langsam auf der Zunge zergehen lassen.

Im Endeffekt war ich in keiner Sauna, einfach weil ich zu sehr damit beschäftigt war, mir alles anzuschauen. Außerdem war es schon relativ spät, als wir oben angekommen sind und gegen 2 Uhr haben wir uns auch mal auf die Suche nach einem Schlafplatz gemacht. Wir hatten nach einer Weile Glück und konnten in einem der Schlafräume drei Matten ergattern, auf die wir uns zu viert gelegt hatten. Zuvor hatten wir uns Kissen geholt – diese harten, mit welchen man immer auf dem Boden schläft – und dann geschlafen. Es war zwar etwas warm, da der Raum direkt über einer der Saunen lag, trotzdem konnte ich verhältnismäßig gut schlafen. Mal abgesehen von der älteren Dame, die gegen 6 Uhr dazu gekommen ist und jeden Mann in Grund und Boden geschnarcht hat. Irgendwann sind wir dann auch wieder aufgestanden, Lea und ich sind nach oben zu Jae Young und Da Hee, die in der Nacht wegen der Wärme geflüchtet sind, wir haben gefrühstückt (zum ersten Mal Kimchi Chigae zum Frühstück) und haben langsam wieder zusammen gepackt.

Nachdem sich Da Hee draußen verabschiedet hatte, sind wir zu Jae Young nach Hause gefahren, wo uns ihr kleiner Cousin treffen sollte. Jae Won ist sehr an Deutschland interessiert und es war lustig, seine unzähligen Fragen zu beantworten, während wir mit Jae Youngs zuckersüßen Hund Barbie gespielt haben. Wir haben uns den kompletten Nachmittag unterhalten und zwischendurch leckere Kimchi und Meeresfrüchte Pancakes von ihrer Mutter gegessen, bis wir uns dann auf den Weg zu einem kleinen Markt direkt neben dem Apartmentkomplex gemacht und dort zu Abend gegessen haben. Die ältere Frau an dem Stand war von Lea und mir völlig begeistert, da Ausländer noch nie bei ihr gegessen hatten. Demzufolge hatten wir reichlich Nachschlag bekommen, bis unsere Bäuche beinahe geplatzt sind. Aber da ein Nachtisch immer rein passt, sind wir zu Baskin Robbins gelaufen und haben uns zusammen einen großen Becher Eis gegönnt.

Barbie

Schließlich mussten wir uns von den beiden verabschieden und sind wieder zurück nach Seoul gefahren. Nachdem Lea noch ein paar Souvenirs gekauft hatte, sind wir zu meinem Apartment. Da sie am nächsten Tag zurück nach Deutschland fliegen musste, haben wir noch ihren Koffer gepackt und alles zusammengesucht, damit sie nichts hier vergisst – nachschicken wäre etwas teuer geworden. Am Sonntag sind wir dann zusammen zum Flughafen nach Incheon gefahren und haben uns schweren Herzens voneinander verabschiedet. Ich bin wirklich froh, dass sie mich diese zwei Wochen besucht hat und wir so viel gemeinsam erleben konnten. Und eigentlich könnte ich zu jedem Tag noch viel mehr schreiben aber dann würden die Einträge einfach kein Ende nehmen!

 

Seither ist nicht viel passiert. Ich gebe seit letzten Samstag dem Kind einer Bekannten von meinem Kollegen Herrn Baek wöchentlich Nachhilfe im Aufsatz schreiben, wir haben im Goethe zwei neue Praktikanten und heute haben wir den Geburtstag von Herrn Baek mit einem Mittagessen und einer leckeren Schokotorte gefeiert. Und morgen werde ich erneut nach Incheon zum Flughafen fahren, denn ich fliege für drei Tage nach Japan, genauer gesagt nach Tokio! Zwar werde ich wegen dem Hin- und Rückflug prinzipiell nur einen Tag zum erkunden haben, trotzdem wird sicherlich ein spannender Eintrag auf meinen Kurztrip folgen. Man darf gespannt sein!

09Januar
2014

Das Konzert + Leas Besuch Teil 1

Nun habe ich endlich wieder Zeit einen neuen Eintrag zu schreiben, welcher im Übrigen auch lang sein wird, weshalb ich die zwei Wochen, in welchen mich Lea besucht hat, in zwei Einträge aufteilen werde.

 

Anfangen möchte ich mit dem Konzert von Block B und M.I.B am 22. Dezember. Wow. Ich bin selbst jetzt noch völlig davon begeistert! Ich habe mich am besagten Sonntag um 14 Uhr mit einer Bekannten und deren Freundin an der Station in Hongdae getroffen, da die beiden ebenfalls Karten ergattert haben und wir uns dann gemeinsam auf dem Weg zum Grand Hilton Seoul machen wollten. Von der Station sind wir mit dem Taxi weiter gefahren, da es noch ein ganzes Stück bis zum Hotel war. Dort angekommen sind wir zur Convention Center gelaufen, vor welcher sich schon unzählige Fans versammelt hatten. Nachdem wir unsere reservierten Karten abgeholt hatten und eine weitere Bekannte eingetroffen war, wurden auch gleich die Türen geöffnet und wir konnten in die Halle. Was ich an koreanischen Konzerten wirklich mag, ist, dass man nicht vor der Bühne steht, sondern dass jeder einen eigenen Sitzplatz davor hat, weshalb später während dem Konzert kein Gedränge und Gequetsche entsteht. Das war sehr angenehm und man musste sich keine Gedanken darüber machen, wie man am besten die Stellung hält, um nicht von der Menge hin- und hergeschoben zu werden. Zufälligerweise hatten wir vier unsere Sitzplätze sogar fast direkt hintereinander!

Das Konzert begann mit einem Auftritt von zwei Mädels als Vorgruppe, welche – soweit ich das verstanden haben – Anfang 2014 ihr Debut haben werden. Für ihren ersten Auftritt waren sie wirklich gut und haben es geschafft, die Menge zu unterhalten. Danach kamen endlich M.I.B auf die Bühne, worauf ich sehr gespannt war. Ich kannte eigentlich nur ein einziges Lied von ihnen und hatte mir vor dem Konzert noch zwei weitere angehört, was jedoch nicht gereicht hat um sie mir zu merken. Doch das hat während ihrer Show nichts mehr ausgemacht und ich hatte richtig viel Spaß. Außerdem haben sie einen Song („Hippity Hippity Hob“) performt, den sie vorher noch nie der Öffentlichkeit präsentiert hatten – yeah! Ich habe mir übrigens gleich nach dem Konzert mehrere Songs schicken lassen, die ich danach rauf und runter gehört habe!

Das Highlight war für mich aber immer noch Block B, schließlich zählen sie zu dem engen Kreis meiner Lieblingsgruppen. Und sie haben mich nicht enttäuscht! Natürlich angefangen mit ihrem neusten Song und dann weiter mit neuen wie auch älteren Liedern haben sie die Menge mitgerissen und auch zwischendurch für gute Unterhaltung gesorgt – selbst wenn man (wie ich) nicht sehr viel koreanisch versteht… Bis zum nächsten Mal kann ich es hoffentlich besser! Leider ging der Abend viel zu schnell vorbei und nach einer letzten Zugabe mit „Nice Day“ (wer findet mich in folgendem Video? :D Und ja, ich bin etwas größer als der Großteil der Menge – arme Menschen hinter mir! http://www.youtube.com/watch?v=OAf0CGBw8qM) von ihnen gingen die Lichter wieder an und das Konzert war aus. Danach sind wir vier noch in der Nähe Samgyeopsal essen gegangen und irgendwann zurück zur Subway Station und nach Hause gefahren. Alles in allem bin ich sehr glücklich, auf dieses Konzert gegangen zu sein und hoffe, dass es nicht das letzte von diesen Bands war!

  M.I.B Block B

Am nächsten Tag bin ich wie gewohnt zur Arbeit gegangen, jedoch habe ich schon um 14 Uhr Feierabend gemacht, da ich Lea unten an der Seoul Station vom KTX abholen wollte. Bald darauf lagen wir uns auch schon glücklich in den Armen und ich bin mit ihr zu meinem Apartment gefahren, damit sie ihre Koffer abstellen konnte. Nach einer kurzen Pause sind wir von dort Richtung Insadong gelaufen und haben uns umgeschaut, bis wir weiter nach Myeongdong sind und dort im Yoogane koreanisches BBQ zu Abend gegessen haben. Ich selbst war schon oft in Yoogane essen, einfach weil es super lecker schmeckt (ich weiß, mir schmeckt in Korea alles super – aber es muss trotzdem immer wieder betont werden!) und ich koreanisches BBQ liebe! Während wir dort drin saßen, wurde auch irgendetwas gedreht. Vielleicht eine Werbekampagne? Wir sind uns nicht sicher, auf jeden Fall sind dauernd irgendwelche Leute mit Fernsehkameras herum gelaufen. Vielleicht sieht man uns bald irgendwo als Statisten im Fernsehen?

Nachdem wir uns erfolgreich die Bäuche vollgeschlagen haben, sind wir zurück zum Apartment und haben uns ausgeschlafen. Ich frage mich übrigens immer noch, wie Lea es geschafft hat, fast keinen Jetlag zu bekommen…

 

Am 24. Dezember sind wir vormittags zum Namsan aufgebrochen, da ich Lea das Goethe Institut zeigen und wir danach dort in der Nähe lecker Manduguk essen gehen wollten. Gesagt getan! Ich habe Lea das Goethe gezeigt, wir haben meine Kollegen überrascht, uns ein wenig unterhalten und dann sind wir beide zu besagtem Laden gegangen, in welchem ich auch oft zu Mittag essen und die meiner Meinung nach das beste Kimchi (scharf eingelegter Chinakohl – immer als Beilage dabei) und die beste Manduguk (eine Suppe mit gekochten Mandus/Dumplings) haben – was durch Lea bestätigt wurde! Danach haben wir uns noch in der Nähe der Seoul Station aufgehalten und mit unserer Tradition begonnen, so gut wie jeden Tag in einen Coffee Shop zu gehen, bis wir uns erneut auf nach Myeongdong gemacht haben, da wir dort mit Seung Jin, einem Freund aus Deutschland, und seiner Cousine zum Abendessen verabredet waren. Ausgemacht war, dass wir uns um 18 Uhr an der Haltestelle, unten an Exit 3 treffen. Hah. Wer schreibt um kurz vor 18 Uhr, dass er sich eine halbe Stunde verspätet? Genau: Seung Jin. Nachdem wir uns also noch eine halbe Stunde die Zeit vertrieben und wieder zu dem Treffpunkt gegangen sind, erneut eine Nachricht: es wird nochmals ca. eine viertel Stunde später. Im Endeffekt haben Lea und ich dann über eine Stunde auf ihn gewartet und er stand später auch am falschen Ausgang… aber wir haben ihm natürlich (nach ein wenig schmollen) verziehen :) Nachdem wir ihm sein Weihnachtsgeschenk – einen schön warmen, dunkelgrauen Schal – überreicht hatten, sind wir zusammen zu einem bekannten BBQ Restaurant gegangen, in welchem kurz darauf seine Cousine Hyoseon, die wir schnell ins Herz geschlossen haben. Der Abend verstrich mit einem göttlichen Abendessen bei guter Unterhaltung, einer sehr lustigen Tour durch Myeongdong und viel Gelächter. Zusammenfassend war es also ein sehr schöner Weihnachtstag mit guter Laune und noch besseren Freunden.

  Manduguk 

Dafür ging der darauf folgende Tag als „Schwarzer Tag“ in die Geschichte unseres zweiwöchigen, gemeinsamen Abenteuers ein. In Korea wird Weihnachten nicht am 24. Sondern am 25. Dezember gefeiert. Der Unterschied zu Deutschland liegt jedoch darin, dass dieser Tag nicht mit der Familie sondern mit Freunden, wohl eher dem Freund oder der Freundin verbracht wird. Das war uns zuvor auch bewusst. Wir hatten nur keine Ahnung, was für Auswirkungen das haben würde. Wir sind von mir aus erneut Richtung Insadong gelaufen, wobei wir uns auf dem Weg eine Kleinigkeit zu essen geholt hatten. Dabei ist uns schon aufgefallen, dass heute mehr Menschen unterwegs sind als sonst – vorzugsweise Pärchen. Noch hatten wir uns nicht viel dabei gedacht und sind weiter gelaufen, wobei nach und nach die Anzahl der Pärchen weiter gestiegen ist. In Insadong waren es dann so viele Leute, dass wir uns durch die Menschen- besser gesagt Pärchenmenge quetschen mussten, um vorwärts zu kommen. Damit wir der Masse entfliehen konnten, sind wir (nach einem Abstecher in Dunkin‘ Donuts) nach Bukchon gelaufen, wovon ich in einem vorherigen Eintrag erstmals berichtet hatte. Das ist ein Teil von Seoul, in welchem viele alte Hanoks – traditionelle Häuser – stehen. In Bukchon waren nicht so viele Leute unterwegs, auch wenn es immer noch deutlich mehr waren als bei meinem letzten Besuch. Es war sehr lustig, „heimlich“ von ein paar Menschen fotografiert zu werden (Beispiel: die Freundin schräg vor uns gestellt, ein paar mal zwischen der Kamera und uns hin und her geschaut, um sich zu vergewissern, dass wir auch drauf sind, das Bild gemacht, dann wieder ein Seitenblick zu uns und Daumen hoch zur Freundin – seeeehr unauffällig). Nachdem es Abend wurde, sind wir wieder zurück gegangen und wir hatten die glorreiche Idee, in Myeongdong zu Abend zu essen. Im Nachhinein wissen wir, dass es die dümmste Idee war. Myeongdong war so voller Menschen, dass man nur sehr kleine Schritte machen konnte und praktisch durch die Straßen und Gassen geschoben wurde (warum sich da ein Auto durchquetschen musste, ist immer noch fraglich), alles war voll und an der Subway standen die Leute bis zur Treppe nach den Drehkreuzen Schlange, was schon verdammt viel ist. Irgendwann hatten wir es in einen der überfüllten Wagons geschafft und uns auf den Weg nach Hause gemacht, während wir uns geschworen haben, in Korea nie wieder am 25. Dezember auf die Straße zu gehen – da sind einfach viel zu viele Menschen!

 

Um uns von dem gestrigen Stress zu erholen, sind wir am nächsten Tag nach Hongdae gefahren. In diesem Viertel befindet sich die Hongik University, weshalb auch der Name daraus abgeleitet wurde („Hong“ aus Hongik und „Dae“ aus Daehakkyo, was Universität bedeutet). Hier finden sich unzählige Coffee Shops, kleine Geschäfte und viele Restaurants, welche an Studenten orientiert ist. Wir haben uns den Tag damit vertrieben, durch die Straßen zu laufen, in ein paar Geschäfte zu schauen und das dortige Trick Eye Museum zu besuchen. Dort gibt es zwei- und dreidimensionale Gemälde, für Fotografie gefertigt, um das Auge des Betrachters zu täuschen. Das Museum war wirklich lustig und es hat Spaß gemacht, vor den unterschiedlichen Gemälden zu posieren und sich dann den Effekt auf der Kamera anzuschauen. Außerdem gab es noch ein Eis Museum mit entsprechenden Skulpturen und Bauten. Wir waren froh, im Winter dort hingegangen zu sein, da wir somit auch unsere Winterjacken dabei hatten und bei den – 6°C nicht erfroren sind!

Danach haben wir uns auf den Weg zum Jireu Jireu gegangen, einem Chicken-Restaurant, welches Lea mit ihren Eltern während deren Koreaurlaub im Sommer entdeckt hatten – ich habe in meinem Leben noch nie so gutes Chicken gegessen! Den tollen Abend haben wir in der Ho Bar ausklingen lassen und knapp eine der letzten Subways nach Hause erwischt.

 

Da es am Abend zuvor doch etwas später geworden ist, sind wir freitags erst gegen Mittag aus dem Apartment gekommen. Noch etwas müde hatten wir keinen Plan, was wir an diesem Tag besichtigen sollten, weshalb wir anfangs ziellos durch die Gegend gelaufen und dann doch (mal wieder) auf dem Weg nach Insadong gelandet sind. Nach unserem täglichen Zwischenstopp in einem Coffee Shop, haben wir uns entschieden, erneut unser Glück mit einem Kinofilm zu versuchen. Schon am 25. Dezember hatten wir vor gehabt, einmal in ein koreanisches Kino zu gehen (alle Filme werden in der Originalsprache gezeigt – englische Filme somit in englisch mit koreanischen Untertiteln), das Vorhaben ist jedoch an den (aufgrund der Pärchen) überfüllten Kinos gescheitert. Aber dieses Mal hatten wir Glück und konnten uns im Kino in der Nähe von Jongno 3-ga Karten für „The Hobbit – The Desolation of Smaug“ holen, welcher eine halbe Stunde später anfing. Der Film war natürlich super, wie nicht anders zu erwarten und wir hatten ebenfalls keine Probleme damit, alles zu verstehen, auch wenn Gandalf etwas nuschelt. Dennoch war es toll und wir haben auf dem Heimweg ununterbrochen über den Film geredet.

 

Am Samstag haben wir uns erneut auf nach Hongdae gemacht, da wir uns abends mit den Besitzern des Guesthouses, in welchem Lea mit ihren Eltern eine Zeit lang gewohnt hatten, verabredet hatten. Zuvor wollten wir erneut das Viertel erkunden aber da es an diesem Tag doch relativ kalt war, haben wir uns lange in einen Coffee Shop verkrochen und an einem Platz am Fenster die warmen Sonnenstrahlen genossen. Später haben wir uns spontan dazu entschieden, eine Maniküre machen zu lassen, welche uns umgerechnet nur knappe 15€ gekostet hatte und wir haben uns gut mit den dortigen Mitarbeiterinnen unterhalten, von welchen zwei gut englisch sprechen konnten. Das darauf folgende Treffen mit der Familie war schön und die zwei kleinen Mädchen sind zuckersüß! Wir sind zu einem berühmten BBQ Restaurant in der Nähe gefahren, welches einmal im Fernsehen gezeigt wurde und seitdem gibt es dort immer eine große Schlange, weshalb wir eine halbe Stunde warten mussten, bis ein Tisch für uns frei wurde. Nach dem riesigen, leckeren Essen war uns auch klar, weshalb es so berühmt war und das Warten hatte sich definitiv gelohnt. Nach dem Essen sind wir mit der Familie zurück zum Guesthouse und haben noch einen Kaffee getrunken, während wir uns unterhalten haben. Jin und Andrew sind sehr herzlich und es war schön, sie kennen gelernt zu haben.

   

Hongik University Hongik University

Natürlich darf während eines Aufenthalts in Seoul auch das Shopping nicht zu kurz kommen! Nach diesem Motto sind wir sonntags nach Myeongdong aufgebrochen und haben uns über einige Geschäfte her gemacht. Wie schon erwähnt: Seoul ist ein Paradies für Konsumenten! Nachdem wir also am späten Nachmittag mit ein paar Einkaufstüten unsere wohlverdiente Kaffeepause machen wollten, haben wir uns dazu entschlossen, in ein Katzencafé zu gehen. In Seoul gibt es Hunde- wie auch Katzencafé, in welchen die entsprechenden Tiere umher laufen, man kann sie streicheln, mit ihnen spielen und ihnen Leckerli geben. Damit wir das auch einmal gesehen haben, sind wir in das Katzencafé vor Ort gegangen. Man bekommt am Eingang Hausschuhe, dann bestellt man etwas zu trinken oder zu essen und kann dafür mit den Tieren spielen. Es war schön, endlich mal wieder von Katzen umgeben zu sein – meine süße Lilly fehlt mir hier. Aber ich werde definitiv nicht mehr in ein solches Café gehen, einfach weil mir die Tiere zu sehr leid tuen. Es gibt nur wenige Ausweichmöglichkeiten für den Fall, dass die Tiere keine Lust haben und wäre ich eine Katze, hätte ich definitiv keine Lust, den ganzen Tag von Menschen umgeben zu sein, die mich streicheln und mit mir spielen wollen – soviel zu meiner Sichtweise. Dennoch scheint das Geschäft zu laufen, denn es war gut besucht und es ist auch verständlich, immerhin ist der Wohnraum in Seoul meist begrenzt, was wenig Platz für ein Haustier schafft; von Zeit ganz zu schweigen. Ich werde das nächste Mal jedoch wieder in ein normales Café gehen.

 

Dies war die erste Woche – Teil 2 folgt in den nächsten Tagen!

22Dezember
2013

Ein Lebenszeichen

So, nun auch endlich mal wieder ein Blogeintrag von mir. Die letzten zwei Wochen waren ziemlich verplant, weshalb ich nicht zum schreiben gekommen bin. Dafür kommt jetzt ein Überblick über meine Erlebnisse und ganz viele Bilder!

Angefangen mit dem 04.12., an welchem der Empfang des Botschafters anlässlich der 130 jährigen deutsch-koreanischen Beziehungen, welchen ich zuvor schon einmal erwähnt hatte. Das Ganze hat im Design Art Center in der Sangmyung University in Seoul stattgefunden. Zuerst hat das Chaehyangsoon Theater traditionelle koreanische Trommel- und Fächertänze aufgeführt, welche wirklich mitreißend waren - meiner Meinung nach der beste Programmpunkt des Abends. Danach gab es eine offizielle Begrüßung durch den Botschafter sowie zahlreiche Glückwunschsbotschaften von diversen Politikern, gefolgt von zwei Stücken der deutschen Kammerphilharmonie Bremen, die ebenfalls gut waren. Anschließend gab es ein Buffet mit deutschen Speisen wie Gulasch, Würstchen etc. und der Abend ist langsam ausgeklungen. Alles in allem war es ein schöner Abend und ich muss zugeben, dass ich mir wirklich wichtig vorgekommen bin, als ich nach der Eintrittskontolle (gesäumt von Bodyguards) zusammen mit meinen Kollegen die große, weiße Steintreppe zum Eingang des Art Design Centers nach oben gegangen bin - auch wenn wir natürlich nicht zu den richtigen VIP gezählt haben. Aber ein gutes Gefühl war es allemal!

 

Am darauf folgenden Tag war das Symposium im Goethe, eine Veranstaltung über das Thema stille Migration (Weitere Infos: http://www.goethe.de/ins/kr/seo/kul/mag/dka/dhz/deindex.htm). Den Großteil des Tages gab es Präsentationen und Vorträge zu dem Thema, abgerundet durch eine wirklich interessante Podiumsdiskussion zwischen allen Rednern und nach einem Buffet wurde die Ausstellung "Lebenswege" von Herlinde Koelbl eröffnet sowie die Premiere des Films "Doppelter Herzschlag" gezeigt, was ebenfalls alles andere als langweilig war. An dem Abend habe ich auch eine deutsche Studentin getroffen, die gerade an der Korea University koreanisch lernt und bin mit ihr ins Gespräch gekommen. Es ist wirklich erstaunlich, wie viele Menschen auf den unterschiedlichsten Wegen nach Korea oder in andere Länder kommen und es macht Spaß, immer neuen Leuten zu begegnen. Habe mich auch vorletzten Freitag wieder mit ihr und ein paar ihrer Mitstudenten getroffen, was super viel Spaß gemacht hat.

Ansonsten habe ich mich allgemein sehr viel mit Freunden hier in Korea getroffen, weshalb ich so gut wie jeden Abend unterwegs war. Auch habe ich ein Treffen namens "Language Cast" entdeckt, bei welchem sich alle möglichen Leute an einem bestimmten Treffpunkt einfinden und dann zusammen die Sprache üben, die man gerade lernt - das ist zumindest die Idee. Zum koreanisch sprechen bin ich noch nicht sehr oft gekommen, da ich erstens einfach noch zu wenig Wörter dafür kenne und zweitens bisher die anderen Leute fast ausschließlich Koreaner waren, die dann Englisch sprechen wollten. Aber hey, immerhin komme ich dann auch mal wieder dazu, meine Englischkenntnisse anzuwenden und zu verbessern! Und es macht auch sehr viel Spaß, einfach neue Leute kennen zu lernen und sich gut zu unterhalten. Außerdem ist eines der Treffen immer dienstags drei Stationen von mir entfernt, was auch sehr praktisch ist.

Im Übrigen hatten wir letzte Woche eine Weihnachtsfeier im Goethe, was total toll war! In Seoul oder allgemein in Korea kommt man ehrlich gesagt nicht wirklich in Weihnachtsstimmung. Zwar hängen in der Stadt auch Lichterketten, in den Cafés werden zwischendurch Weihnachtslieder gespielt und man sieht sogar den ein oder anderen Weihnachtsbaum aber mit Deutschland kann man es gar nicht vergleichen. Das liegt wohl vor allem auch daran, dass Weihnachten hier kein Familienfest ist sondern eher ein Tag für Pärchen und Freunde, um etwas zusammen zu unternehmen und abends weg zu gehen. Laut meinen Kollegen ist am 25. Dezember (der Weihnachtstag in Korea) ganz Seoul auf den Beinen und alles ist sehr überfüllt. Mal gespannt wie das wird! Deshalb bin ich auch nicht so sehr in Weihnachtsstimmung - ich hatte bis Mittwoch sogar völlig vergessen, dass nächste Woche Weihnachten ist. Also kam die Weihnachtsfeier sehr gelegen. Wir haben uns gegen Abend alle im geschmückten Veranstaltungssaal des Instituts versammelt, es wurden Lieder gesungen und ein paar haben etwas auf dem Klavier gespielt oder gesungen, dann gab es Buffet und eine meiner Kolleginnen war ein paar Tage zuvor in Deutschland und hat von dort Lebkuchen, Christstollen und Plätzchen mitgebracht. Da man diese Sachen hier in Korea nicht bekommt, haben sich alle sehr darüber gefreut und nach der Feier war alles leer geputzt!

Eine weitere interessant Begegnung: Als ich vergangenen Samstagabend aus meinem Apartment gegangen bin, habe ich auf dem Flur eine Frau mit ihrem Sohn getroffen. Nachdem wir ins Gespräch gekommen sind, hat sich herausgestellt, dass die Beiden aus Singapur sind, eine Woche mit einer Reisegruppe durch Korea gefahren sind und nun zu zweit ihren Urlaub um ein paar Tage verlängert haben. Nachdem sie sich hier aber gar nicht ausgekannt haben, habe ich ihnen die U-Bahn Station gezeigt und wir haben spontan beschlossen, uns sonntags zu treffen und durch Seoul zu laufen. Gesagt getan! Am Sonntagmorgen haben wir uns dann wie ausgemacht im Flur getroffen und da sie etwas einkaufen wollten, bin ich mit ihnen nach Myeongdong gefahren (ich werde dort noch zum Stammgast...). Dort sind wir in praktischen jeden Laden der auf unsrem Weg lag - was schon eine Menge ist, wenn man bedenkt wie groß Myeongdong ist! Aber es hat definitiv sehr viel Spaß gemacht und es war schön, den Tag mit meinen neuen Bekannten zu verbringen. Außerdem waren wir noch im Lotte Department Store, welcher auch direkt neben Myeongdong ist. Das ist ein riesiges Gebäude, in welchem auf (ich glaube) 10 Stockwerken alles mögliche verkauft wird - aber soweit ich gesehen habe auch in entsprechender Preisklasse... Im untersten Stock gab es einen Food Court, was in Korea und allgemein in asiatischen Ländern so üblich ist, wenn man in einem großen Kaufhaus ist. Wir hatten zwar erst vor zwei Stunden gegessen aber nachdem wir einmal quer da durch gelaufen sind, hatten wir schon wieder hunger! Und ich glaube ich habe noch nie so viel Essen auf einem Haufen gesehen. Wir haben uns dann Kaffee (und ich mir meine Green Tea Latte), zusammen mit einem leckeren Stück Käsekuchen gegönnt. Danach sind wir weiter durch Myeongdong gelaufen und auf dem Heimweg habe ich ihnen den großen E-Mart gezeigt, in dem ich immer meine Lebensmittel kaufe. Da der Tag sehr schnell vorüber war, hatten wir vereinbart, uns am Montagabend nochmals zum Abendessen zu treffen, bevor die zwei am Dienstagmorgen wieder zurück nach Singapur fliegen. Wir haben uns an der Jonggak Station getroffen, sind zusammen ein Stück durch Insadong gelaufen und sie wollten dann Mr. Pizza ausprobieren, eine koreanische Pizzakette von welcher sie gehört hatten, dass sie total leckere Pizzen machen. Also sind wir zu Mr. Pizza und ich muss sagen, dass es zwar geschmeckt hat aber deutsche Pizzen sind meiner Meinung nach immer noch besser und ich weiß jetzt auch, dass ich vor meiner Rückreise definitiv nicht mehr zu Mr. Pizza oder sonst einem  Restaurant mit europäischem/westlichen Essen gehen werde, einfach weil es mich im Moment gar nicht reizt und ich das koreanische Essen viel lieber mag und auch um einiges abwechslungsreicher finde. Mal schauen wie ich das mit dem essen anstelle, wenn ich wieder in Deutschland bin.... Ich habe die Zeit mit den zwei definitiv genossen und wir haben auch ausgemacht, weiterhin in Kontakt zu bleiben. Und eventuell treffe ich die Mutter auch nächstes Jahr wieder, da sie vor hat eine Freundin in Deutschland zu besuchen. Und ich wurde nach Singapur eingeladen!

Was etwas schade ist, ist die Tatsache, dass meine Mitpraktikantin am Freitag ihren letzten Arbeitstag im Goethe hatte und gestern weiter nach Bangkok geflogen ist, da sie jetzt 7 Wochen lang durch Asien reist. Immerhin waren wir am Freitag nochmal zusammen in der Nähe des Namsan bei einem leckeren Japaner essen! Dass sie weg ist macht mich im Moment zur einzigen Praktikantin im Goethe aber soweit ich mitbekommen habe, kommen Anfang Januar drei neue Praktikanten/innen, was bedeutet, dass ich bald wieder Gesellschaft habe! Juhu! Jetzt werde ich aber erstmal die kommenden zwei Wochen genießen, da mich Lea besuchen kommt. Ich freue mich wirklich riesig, mit ihr zusammen in Korea sein zu können und ich bin mir sicher, dass wir in den zwei Wochen einiges erleben werden! Lea wenn du das liest: ICH FREUE MICH!! 사랑해요~ ♥ (awooo ㅋㅋㅋ). Das bedeutet aber auch, dass ich die nächsten zwei Wochen wahrscheinlich nicht zum schreiben kommen werde - nur mal als Vorwarnung. So viel zu meinem Vorhaben "Ich werde jede Woche mindestens einmal einen Eintrag schreiben!". Naja...

Gestern war ich in Hongdae und habe mir endlich wieder die Haare schneiden lassen - die waren echt kaputt. Ich war bei "Hair & Joy", von welchen ich zuvor im Internet gute Bewertungen gelesen habe und es stand auch dabei, dass sie englischsprachige Mitarbeiter haben, die auf westliche Haartypen spezialisiert sind. Und ich muss sagen: Ich bin sehr sehr zufrieden! Ich wusste nicht, dass man zuvor einen Termin ausmachen muss, was mir erst gesagt wurde, als ich dort war. Aber anstatt mich wieder nach Hause zu schicken, haben sie mich sofort dran genommen und der Service war super. Haare waschen beim Firseur finde ich sowieso immer toll und entspannend aber hier war es nochmal besser und ich habe gefühlte 10 Minuten eine Kopfmassage bekommen - von mir aus hätte sie noch 2 Stunden damit weiter machen können! Ich konnte mich auch gut mit der Friseuse verständigen, um zu sagen, wie ich meine Haare gerne geschnitten haben möchte und sie war sehr gut darin, eine Konversation aufrecht zu erhalten. Und das Beste an allem: Mich hat es insgesamt nur 30.000 Won gekostet, was umgerechnet gerade mal 20 Euro und ein paar Zerquetschte sind - das soll mal einer in Deutschland nachmachen! Danach war ich (mal wieder) in Myeongdong, um mir endlich mal ein paar Handschuhe zu kaufen. Bei teilweise -10°C wäre das jetzt langsam mehr als sinnvoll. Auf meinem Weg durch die Straßen sind mir einige große Menschenmassen aufgefallen und bei näherer Beobachtung habe ich gesehen, dass Spenden für ärmere Länder gesammelt wurden. Aber nicht nur einfach so mit Leuten die herumlaufen und um Spenden bitten, nein, es gab wohl auch einige Stars, die ebenfalls Spendenboxen gehalten haben. Ich selbst kannte zwar niemanden davon aber anscheinend waren sie schon sehr berühmt - lässt zumindest darauf schließen, wenn man die riesige Menschenmenge mit Smartphones zum Bilder machen bedenkt. Was mir persönlich aber besser gefallen hatte, war die Gruppe von Jugendlichen und Leuten in meinem Alter (als Weihnachtsmänner und -frauen verkleidet), die auf der Straße zu bekannten (koreanischen) Popsongs getanzt haben.  Das wird jetzt zwar den Wenigsten hier etwas sagen aber es wurden Tänze performt wie etwas "No no no" von Apink, "I got a boy" von SNSD und "Crayon" von G-Dragon - soviel zumindest zu den Songs, die ich kannte. Am Besten hat mir persönlich aber "Growl" von EXO gefallen - zwar war es nicht wie im Original in zwei Gruppen aufgeteilt und auch nicht ganz so gut aber hey, sie waren sehr nah dran!

Heute wird wohl vorerst das Highlight meines Aufenthalts hier - ich gehe auf ein Konzert! "The Buster" im Grand Hilton Hotel Seoul, bei welchem Block B (Blockbuster) und M.I.B (nicht Men in Black sondern Most Incredible Buster - daher auch der Konzertname) auftreten werden. Freue mich gerade wie ein Schnitzel und ich weiß jetzt schon, dass es einfach nur super werden wird! Ich habe einen Sitzplatz relativ vorne (Reihe 13) und mittig, im Block B (haha Wortwitz: Ich sehe Block B live und sitze in Block B. Ich find das gerade sehr amüsant :D). Mein erstes Konzert hier in Korea und dann auch noch gleich von einer meiner Lieblingsbands - yeah! Werde auch auf jeden Fall davon berichten, wenn ich meinen nächsten Eintrag schreibe. Für den Fall, dass ich mich vorher nicht mehr melde, wünsche ich allen schon mal frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2014. Bleibt gesund!


02Dezember
2013

Auf den Spuren des alten Koreas

Um mich auch mal wieder zu melden hier der nächste Eintrag! Das Problem mit meiner Kreditkarte ist mittlerweile übrigens auch wieder behoben - wie schon gedacht hatte ich ein tägliches Limit (von 200€...) auf meiner Karte, das nun Gott sei Dank erhöht wurde. Unter der Woche ist wie immer nicht viel passiert aber wir hatten eine Filmwoche mit dem Thema "Migration" im Goethe und die beiden Filme, die ich gesehen hatte ("Die Friseuse" und "Neukölln Unlimited"), waren wirklich unterhaltsam und vor allem auch sehr interessant!

Am Samstagabend war ich mit meiner Mitpraktikantin, deren Mitbewohnerin und ein paar ihrer Kollegen auf einem kleinen Weihnachtsmarkt in der Nähe der Hansung Universität. Weihnachtsmärkte gibt es in Seoul oder allgemein in Korea nicht, weshalb wir uns gefreut haben, diesen "European Market" entdeckt zu haben, auf dem es Glühwein, Waffeln, Adventskalender und noch mehr gab! Und durch die konstant gespielten Weihnachtslieder kam man auch super in Stimmung. Danach sind wir noch was essen gegangen, sind ziemlich lange zusammen gesessen und haben uns gut unterhalten.

Sonntags habe ich das gute Wetter genutzt, um endlich mal in Bukchon, einem Stadtteil von Seoul, das Hanok Dorf zu besichtigen. Es beherbergt hunderte traditionelle Häuser, Hanok genannt, die ihren Ursprung in der Joseon Dynastie (1392 - 1897) haben. Bukchon hat viele kleine Straßen und Gassen, gesäumt von Hanoks, die heutzutage als Restaurants, Gästehäuser und auch als normale Wohnungen im traditionellen Stil genutzt werden. Es war wirklich schön dort durch die Straßen zu laufen und alles auf sich wirken zu lassen. Auch sehr gut gefallen hat mir, dass Bukchon durch seine Nähe zum Berg Bukhansan etwas erhöht liegt und man von Weitem die Gebäude von Seoul gesehen hat - auch wenn es wieder etwas diesig und die Sicht daher nicht allzu klar war.

Nach langem Herumlaufen habe ich mich wieder getreu meinem Motto "Wer braucht schon eine Karte?" auf den Weg zurück Richtung Innenstadt gemacht. Da ich von Bukchon aus eine Art Tempel zu meiner Rechten entdeckt hatte, wollte ich schauen, ob ich den nicht auch gleich noch besichtigen kann. Und voilà: Nach nur kurzem Laufen bin ich auch schließlich dort angekommen und zu meiner Freude hat sich daneben eine Art Freilichtmuseum befunden, welches man für nur 3.000 Won (knapp 2€) betreten durfte. Das habe ich mir natürlich nicht zweimal sagen lassen und mir sofort eine Karte gekauft. Dort habe ich dann auch gelesen, dass ich mich gerade im "National Folk Museum of Korea" befinde, dass sowieso noch auf meiner "Must see"-Liste steht. Das Folk Museum hat viele nachgebaute beziehungsweise restaurierte Gebäude aus der Zeit der Joseon Dynastie, außerdem steht dort der Gyeongbokgung Palast (um ca. 1395 erbaut), der größte und wohl schönste von allen Palästen in Seoul. Während ich durch das Folk Museum gelaufen bin, hatte ich nicht mehr das Gefühl, mitten in Seoul zu sein. Durch die große Anlage, der allgegenwärtigen Natur und Ausläufer des Bukhansan im Norden hat man sich eher gefühlt als wäre man irgendwo abseits von jeglichen Städten. Nur wenn man nach Süden geschaut hat, konnte man ein paar Hochhäuser und von weitem auch den Namsan Tower entdecken. Während meines Rundgangs kamen mir einige Gebäude komisch bekannt vor, bis es mir wieder eingefallen ist: Ich hatte vor ca. einem Jahr ein koreanisches Drama gesehen, in welchem das Folk Museum der Schauplatz war! Das hat die ganze Sache natürlich noch aufregender gemacht und ich habe mir vorgenommen, demnächst mal wieder "Time Slip Dr. Jin" zu schauen hehe :D Alles in allem war ich von den ganzen alten Gebäuden beeindruckt und konnte nicht genug BIlder davon machen - es war einfach toll. Und auch der Palast selbst war sehr imposant!

Als ich durch das Tor des Palastes zum Ausgang gelaufen bin, wusste ich dann auch wieder, wo genau ich mich eigentlich befinde - ich war am Gwanghwamun Platz (ebenfalls auf meiner Liste)! Das Gwanghwamun ist das größte Tor des Gyeongbokgung Palastes und auf dem gegenüberliegenden Platz befinden sich zwei Statuen: die hohe Statue stellt Admiral Yi Sun-sin dar, welchem einen großen Sieg imImjin Krieg gegen Japan zu verdanken ist und die andere zeigt König Sejong der Große, welcher während seiner Regierungszeit Hangul - die heutige koreanische Schrift und Sprache - erfunden hat.

Admiral Yi Sun-sin König Sejong der Große

Nach dieser Entdeckung bin ich ein Stück am Cheonggyeocheon entlang gelaufen und habe dann einen Abstecher ins nahegelegene Insadong gemacht, um dort zu Abend zu essen, ehe ich zufrieden (drei Dinge von meiner Liste auf einen Schlag erledigt!) und mit vielen neuen Bilder nach Hause gegangen bin.

24November
2013

Das Kreditkartenproblem und ein kurzer Ausflug nach Itaewon und Gangnam

Nachdem ich mir vor meinem Flug nach Korea bei der Bank einige Reiseschecks geholt und mir diese am Flughafen in Incheon gleich habe ausbezahlen lassen, musste ich noch kein Geld mit meiner Kreditkarte holen. Ich hatte sie nur einmal im E-Mart beim Einkaufen ausprobiert und es hatte zum Glück alles reibungslos funktioniert. Da sich die Scheine in meinem Geldbeutel aber langsam dem Ende neigen, dachte ich mir, vorsorglich schon mal Geld abzuholen, damit ich am Ende nicht panisch mit ein paar Won durch die Gegend renne und nach einer Bank suche. Als ich vor einigen Tagen in Myeongdong war, hatte ich dort viele Banken gesehen, weshalb ich am Samstag dort hingefahren bin - falls es bei einer Bank nicht klappt kann ich ja immer noch in die nächste gehen. Da ich aber den ganzen Samstag nicht wirklich etwas vor hatte, bin ich erstmal durch die Straßen gelaufen und habe mir (mal wieder :D) die Geschäfte und Schaufenster angeschaut und bin erst gegen Nachmittag zur ersten Bank. Das Geld abheben hat dort nur leider nicht geklappt, also bin ich zur Bank gegenüber, auf der groß Global Bank drauf stand und in welche der Amerikaner reingelaufen ist, der zuvor neben mir ebenfalls erfolglos am Automaten stand. Er versuchte es in der anderen Bank als Erster und nachdem es bei ihm geklappt hatte war ich ermutigt, dass ich auch bald wieder Bargeld haben würde. Doch das wurde schnell zunichte gemacht, als mir der Automat sagte, ich hätte nicht genügend finanzielle Mittel - was definitiv nicht stimmen konnte, ich hatte morgens extra nochmal den Stand meiner Prepaid-Kreditkarte überprüft! Langsam in Panik verfallend hatte ich weiter unterschiedlich hohe Summen eingegeben, bis der Automat bei 200.000 Won endlich das Geld ausspuckte - was umgerechnet gerade mal knapp 140 Euro sind. Glücklich über zumindest etwas Geld habe ich es daraufhin nochmals mit dem gleichen Betrag versucht aber wieder kam die Meldung über fehlende Mittel. Daheim habe ich sofort mit meiner Familie geskyped, damit sie für mich nächste Woche gleich auf die Bank gehen und nachfragen, was da denn los sei. Es kann ja nicht sein, dass ich plötzlich ein Limit drauf habe, obwohl das zuvor extra geklärt wurde. Bin gespannt, was sich ergibt. Ich werde den weiteren Verlauf auf jeden Fall hier posten!

 

Heute bin ich dann nach Itaewon gefahren. Itaewon ist ein multikultureller Teil von Seoul, hier sind die meisten Ausländer und ausländische Restaurants. Nachdem die US Truppen hier stationiert waren, hatten sich vor allem Amerikaner angesiedelt, heute sind aber weitaus mehr Kulturen vertreten und entlang der Hauptstraße sind in regelmäßigen Abständen Flaggen von vielen Nationen zusammen mit der koreanischen Flagge aufgestellt. Es gibt viele Geschäfte, in welchen vor allem auch westliche Kleider- und Schuhgrößen angeboten werden. Auch gibt es - wie überall in Seoul - unzählige Cafés, Straßenstände und noch mehr Geschäfte in den vielen Seitenstraßen. Ich bin heute nur die Hauptstraße entlang gelaufen, da ich noch andere Ziele geplant hatte. In einem Café habe ich mir meine Green Tea Latte gegönnt und kurz Pause gemacht, ehe ich mich dann den Rest der Straße entlang und auf den Weg runter zum Hangang gemacht habe.

 

Unten angekommen hat es erstmal eine Weile gedauert, bis ich einen Weg hin zum Hangang Park entdeckt hatte, da der Fluss beidseitig von mehrspurigen Straßen gesäumt ist. Aber als ich erstmal direkt am Fluss stand, habe ich von dem Verkehr nicht mehr allzu viel mitbekommen. Leider war es heute sehr trüb, weshalb die Sicht nicht so berauschend war. Trotzdem habe ich ein paar Bilder gemacht und will dort auf jeden Fall im Sommer mal hin und auf dem extra dafür angelegten Weg mit dem Fahrrad am Fluss entlang fahren - ich stelle mir das bei gutem Wetter richtig schön vor!

Nach einigem rumlaufen bin ich dann noch über eine Brücke und durch Seocho-gu nach Gangnam-gu gelaufen. Gangnam dürfte den meisten Leuten ein Begriff sein, da der koreanische Sänger und Rapper Psy letztes Jahr einen riesigen Hit mit Gangnam Style gelandet hatte. Gangnam ist ein reicherer Stadtteil von Seoul und es gibt viele (und wie ich bis jetzt gesehen habe vor allem meist teuere) Geschäfte. Da es aber ziemlich abgekühlt hatte und nach baldigem Regen aussah, bin ich nur durch Apgujeong-do gelaufen, wovon ich gelesen hatte, dass es dort die teuersten Geschäfte und Boutiquen, Cafés und Restaurants geben soll. Und ich kann bestätigen: sehr teuer! Ich habe mir nirgendwo etwas gekaufte, da ich eh nur zum umschauen gekommen bin aber die Preise hatten mir sowieso die Lust am Kaufen verschlagen. Allein von der Aufmachung her kann man schon sehen, dass hier die gut betuchten Menschen einkaufen gehen. Aber es gab viele schöne Fassaden, auch in den kleineren Straßen habe ich schön dekorierte Läden entdeckt (von denen ich leider keine BIlder gemacht habe) und allein das ist meiner Meinung nach sehenswert!

Als ich an meiner U-Bahn Haltestelle ausgestiegen bin, hatte es gerade leicht angefangen zu tröpfeln, was sich innerhalb weniger Minuten aber in starken Regen umgewandelte. Darauf hin bin ich in ein Restaurant nahe der Station und habe Galbi Tang bestellt, was ich schon seit letzter Woche probieren wollte. Es hat (natürlich) gut geschmeckt!! Und als ich mit dem Essen fertig war, hatte der Regen auch wieder nachgelassen.

22November
2013

Dies und das

Der Großteil der Woche ist schon vorbei und ich dachte mir, dass ich mal wieder ein Lebenszeichen von mir gebe. Mir geht es super und auch die Arbeit macht mir sehr viel Spaß. Die letzten Tage gab es nichts weltbewegendes aber trotzdem einige Dinge, die es wert sind hier genannt zu werden. Und da ich gebeten wurde auch mal das Wetter hier zu erwähnen, mache ich das gleich mal! Zur Zeit ist es relativ trocken und der Himmel eigentlich immer klar - abgesehen von vereinzelten, kleinen Wölkchen. Dadurch sind die Nächte ziemlich kalt, was ich vor allem morgens auf dem Weg zur Arbeit und abends auf dem Heimweg merke. Da bin ich doch ziemlich froh, dauernd meine Winterjacke zu tragen! Und am Montag und Dienstag wurde ich gleich mal eines besseren belehrt: von wegen in Korea schneit es selten! Wir hatten schon den ersten Schnee, auch wenn er nicht liegen geblieben ist.

Ansonsten ist es tagsüber in der Sonne recht angenehm und jetzt gegen Wochenende steigen die Temperaturen auch wieder Richtung 10 - 12 °C! Hoffe ich zumindest. Heute hat man leider nicht allzu viel davon gemerkt...

Auf der Arbeit werde ich im Übrigen ziemlich verwöhnt. Herr Baek hat eine Schublade voll mit Schokolade und wir nicht müde sie immer und immer wieder anzubieten. Aber auch von den anderen Mitarbeitern bekommen ich ständig etwas angeboten, was ich super lieb finde und mich jedes Mal freue. Obst, Süßigkeiten und koreanische Snacks... und heute hat mir eine der netten Reinigungsdamen sogar ein kleines Blumensträußchen hingestellt - ist das nicht süß??

떡 

Am Mittwoch haben wir vom Deutschen Botschafter Einladungen zur "Feier des 130. Jubiläums der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Korea" bekommen, was laut einer Kollegin eine riesige, richtig tolle Veranstaltung wird - bin schon gespannt und freue mich drauf! Das Programm klingt auf jeden Fall interessant. Und bin froh, doch eines meiner Kleider mit nach Korea genommen zu haben, sonst müsste ich jetzt noch einkaufen gehen, da man sich super schick anziehen muss. Glück gehabt!

Heute hat Frau Lee (die Leiterin der Verwaltung) Herrn Baek und mich zum Essen eingeladen. Ist anscheinend eine Tradition bei ihnen, mit den neuen Praktikanten essen zu gehen. Wir sind in der Mittagspause zusammen zu einem Restaurant den Berg runter gegangen und haben dort Bulgogi gegessen. Dass es einfach nur super gut geschmeckt hat muss ich langsam nicht mehr erwähnen oder? Immerhin ist hier alles total lecker (mal abgesehen von dem Schweinedarm, den ich am ersten Tag hatte... ewwww). War auf jeden Fall echt nett dort mit den beiden zusammen zu essen!

Das war im Groben meine bisherige Woche. Für das Wochenende habe ich noch nicht viel geplant, außer mal nach Itaewon zu gehen und bei schönem Wetter den Hangang entlang zu spazieren. Der Vorteil wenn man viel Zeit hat um alles zu erkunden: Man muss sich keinen Plan machen, an den man sich strikt halten muss, sondern kann - je nach Lust und Laune - mal hierhin oder dorthin gehen. Ich werde auf jeden Fall einen neuen Eintrag bloggen, sobald sich etwas spannendes ergibt!

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